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11 Fragen zum Thema Reisen

best-blog-awardGabi Reichert von den 5 Reicherts hat in ihrem Blog 11 Fragen zum Thema Reisen beantwortet und das Blogstöckchen in Form von neuen 11 Fragen an andere Reiseblogger weitergegeben. Als Blogger-Neuling sage ich wuff, hole das Stöckchen und beantworte mir und euch die Fragen.
[Letztes Update: 10.04.2021]

1. Wie wichtig sind Reisen in Deinem Leben?

Enorm wichtig. Ich verwende fast meinen gesamten Jahresurlaub zum Reisen. Arzttermine, der Frühjahrsputz oder auch ein Faulenztag auf der Couch verlege ich nach Möglichkeit auf die Wochenenden oder die Randstunden vor und nach der Arbeit. Das ist zwar manchmal stressig, aber die Reisen sind es mir wert. Aus meinen Reisen ziehe ich viel Kraft und Energie für meinen Alltag. Ich liebe es, andere Länder, Landschaften, Menschen, Kulturen, Bräuche und Lebensweisen kennen zu lernen. Auf Reisen bin ich ein neugieriges Kind, das die Welt mit leuchtenden Augen neu entdeckt. Ich lerne dabei sehr Vieles, hinterfrage Altbekanntes, entdecke neue Zusammenhänge und komme mir selbst ein Stückchen näher. Daher greife ich auch als Motto meines Reiseblogs die Worte von Albert Camus auf:

Das Reisen führt uns zu uns zurück.

2. Wie lange und wie genau planst Du eine Reise im voraus?

Ich bekenne mich: Ich bin eine Planungsfanatikerin. Sobald die Entscheidung für ein Reiseziel gefallen ist, beginnt die Planung, die je nach Reiseart und -dauer sowie Zielland ganz unterschiedlich lang sein kann. Meine Vorausplanung gibt mir ein Gefühl von Sicherheit, so dass ich die Reisezeit uneingeschränkt genießen kann. Das heißt aber nicht, dass ich im Vorfeld bereits jede Reiseminute verplant habe. Ich lege in der Regel eine Reiseroute fest, wobei ich mich an den möglichen Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen orientiere. Was ich mir davon vor Ort wirklich anschaue, entscheide ich spontan nach Lust und Laune und den Wetterverhältnissen.
Fest gebucht sind im Vorfeld auf jeden Fall die Flüge, die größeren Fährfahrten und gegebenenfalls ein Mietwagen. Bei den Unterkünften handhabe ich es unterschiedlich. Sind wir im Sommer unterwegs und wollen vorwiegend zelten, suchen wir uns spontan einen Übernachtungsplatz. Der Reiseführer hält genügend Möglichkeiten parat. Bei einer Hüttentour, vor allem zur Hauptferienzeit, reserviere ich die Schlafplätze lieber im Vorfeld, das erspart mir unruhige Nächte im Notlager. Auch für unsere Winter-Lofoten-Reise habe ich Unterkünfte reserviert. Einige sind im Winter geschlossen, für andere müssten wir 200 € pro Nacht im Doppelzimmer aufbringen, das würde unsere Reisekasse sprengen. Meine persönliche Faustregel lautet: So wenig wie möglich vorbuchen, um auf Reisen flexibel zu sein, aber so viel wie nötig, um ein gutes und entspanntes Bauchgefühl zu haben.

3. Nutzt Du zur Reiseplanung: Reiseführer oder das Internet?

Beides. Ich habe gerne etwas „Handfestes“, daher kaufe ich mir eigentlich immer einen Reiseführer. Natürlich durchforste ich aber auch das Internet, vor allem Foren und Blog-Beiträge bieten wertvolle Informationen und Erfahrungswerte, die die reinen Fakten des Reiseführers toll ergänzen. Das Internet ist natürlich auch aktueller, hier ziehe ich mir zum Beispiel für die Reisezeit geltende Busfahrpläne oder die saisonalen Öffnungszeiten von Museen. Ich finde beides, Reiseführer und das Internet, unverzichtbar für meine Reiseplanung.

4. Welches war die außergewöhnlichste Speise, die Du unterwegs probiert hast?

Leider habe ich einige außergewöhnliche Speisen unterwegs nicht probiert, und das finde ich im Nachgang sehr bedauerlich. In Ecuador habe ich zum Beispiel versäumt, cuy, also Meerschwein, zu probieren. Die außergewöhnlichste Speise, die ich dort nicht verschmäht habe, war eine Suppe mit Schafsfleisch und -eingeweiden. Glitschige Angelegenheit, aber man will ja nicht unhöflich sein. Nicht kauen, nur schlucken, dann geht`s.

Marktstand in Otavalo

An einem Marktstand in Otavalo wird gekocht, auch Innereien kommen in die Suppe.

5. Veränderte eine Reise Deine (Ess)-Gewohnheiten?

Eigentlich haben alle Reisen dazu beigetragen, dass ich offener geworden bin und eher mal vom Alten und Bekannten abweiche. Speziell auf das Essen bezogen probiere ich heute Vieles, während ich früher nur dankend abgelehnt habe. Auf Reisen bin ich immer ein Stückchen toleranter und „wagemutiger“ als zu Hause. So habe ich als Käsehasser meinem Mann in Island das halbe Käsesandwich weg gegessen, es gab einfach gerade nichts anderes. Und von der Schafsinnereiensuppe habe ich ja gerade schon erzählt…

6. Welche Länder reizen Dich am meisten und warum?

Da gibt es einige. Mich reizen die süd- und mittelamerikanischen Länder sehr: Die Menschen, ihre Lebenseinstellungen, ihre Kultur, die spanische Sprache, natürlich die tollen Landschaften und die kleinen und großen Unterschiede zu Europa. Wegen der spannenden und abwechslungsreichen Landschaft steht auch Neuseeland ganz oben auf meiner Wunschliste. In Europa zieht es mich meist in die Nordländer, allen voran nach Norwegen. Ich liebe die raue Schönheit der Natur und die beruhigende Stille, die davon ausgeht. Meine neueste Liebe gilt Frankreich, das ich Jahre lang als Reiseziel völlig unterschätzt habe. Besonders die Bretagne habe ich in mein Herz geschlossen. Ein dickes Wunschziel ist das kleine Wales, das wir Corona bedingt in 2020 leider nicht bereisen konnten. Auch von Irland würde ich gerne noch etwas mehr kennenlernen.

Bergpanorama auf dem Stubaier Höhenweg

Panorama auf dem Stubaier Höhenweg. Berge üben eine besondere Faszination auf mich aus, sie bieten sportliche Herausforderungen für den Körper und Ruhe für die Seele.

Zum Wandern zieht es mich hauptsächlich in die Berge. Die Alpen sind ein einigermaßen nahes und landschaftlich grandioses Wandergebiet, ebenso toll sind die norwegischen Gebirge, aber auch die Küstenvariante des Jakobswegs oder der Küstenweg in Wales erscheinen mir durchaus attraktiv. Wie es aussieht, habe ich noch einiges vor in den nächsten Jahren…

7. Wie lang war Deine längste Reise?

Mit „regulärem“ Urlaub haben wir uns eine knapp fünfwöchige Reise ermöglicht. Wir haben unseren Resturlaub von 2011 mit einem Teil neuem Urlaub von 2012 zusammen geschmissen und eine Rundreise durch Ecuador und auf die Galápagos-Inseln unternommen. Meine absolute Traumreise!
Unsere beiden Töchter haben uns jeweils eine zweimonatige Elternzeit-Reise ermöglicht, bei denen wir im Campervan durch Frankreich und Spanien bzw. die Schweiz und Frankreich getourt sind. Mehr Zeit auf Reisen (plus die Unberechenbarkeit der Babys) hat bei mir als Planungsfanatikerin übrigens zu mehr Ruhe und Spontaneität beim Reisen geführt – ein echter Gewinn!

8. Musstest Du mal eine Reise abbrechen, und warum?

Abbrechen zum Glück noch nicht, unterbrechen aber ja. In Ecuador haben wir eine fünftägige Trekkingtour vom Antisana bis zum Cotopaxi unternehmen wollen. Jan ist bereits auf der ersten Wanderetappe von einer Magen-Darm-Infektion heimgesucht worden. Mit Mühe und unter Fieber hat er sich bis zu unserem Nachtlager geschleppt, zu dem wir dank der Orientierungslosigkeit unseres Führers einen zweistündigen Umweg genommen hatten. Wir hatten gehofft, dass Schlaf und Medikamente bis zum Morgen Abhilfe schaffen würden, leider vergebens. Wohl oder übel kehrten wir also um, und das war goldrichtig. Im Krankenhaus wurden bei Jan ein schwerer Infekt und Dehydrierung festgestellt. Nach ein paar Tagen der Erholung konnten wir unsere Reise aber zum Glück fortsetzen.

9. Wo ist es Deiner Erfahrung nach am einfachsten/schwersten, mit Einwohnern in Kontakt zu kommen?

Meiner Erfahrung nach liegt es weniger am „wo“ als am „wie“. Respekt ist das oberste Gebot (im Grunde gilt das auf Reisen ebenso wie in heimischen Gefilden). Bei einer Kontaktaufnahme beachte ich landestypische Gepflogenheiten, gehe offen und freundlich auf die Einheimischen zu, ein Lächeln schadet nicht, und wenn möglich krame ich wenigstens ein paar Brocken der Landessprache heraus. Bedanken kann ich mich zum Beispiel in 14 verschiedenen Sprachen.

Große Moschee in Kairouan

Ein junger Tunesier führte uns im Oktober 2012 durch die große Moschee in der heiligen Stadt Kairouan, ein halbes Jahr später wäre das dank der politischen Lage wohl nicht mehr möglich gewesen.

Kontakte zu Einheimischen sind einfacher, wenn ich mich abseits der üblichen Touristenpfade bewege und mich auf Augenhöhe mit meinem Gegenüber begebe. In Tunesien haben wir beispielsweise nicht die vom Hotel organisierten Ausflüge mitgemacht, sondern sind mit dem landestypischen Verkehrsmittel, den Louages (Kleinbusse), auf eigene Faust losgezogen. Während einer Fahrt habe ich mich angeregt mit einer jungen Lehrerin über politische und gesellschaftliche Themen ausgetauscht, wie unsere jeweiligen Bildungssysteme. Solche Kontakte räumen Clichés aus, und zwar auf beiden Seiten.

10. Spielt Umweltverträglichkeit bei Deinen Reisen eine Rolle?

Der Punkt wird mir immer wichtiger. Flugreisen haben wir deutlich reduziert, und wenn wir fliegen, leisten wir immer unseren atmosfair-Beitrag. Seitdem wir mit unserem Camper unterwegs sind, hat sich unsere Nachhaltigkeitsbilanz deutlich verbessert. Zumal wir auch bevorzugt kleine, naturbelassene Campingplätze ansteuern statt der halben Vergnügungsparks. Ansonsten verhalten wir uns in den Reiseländern, genau wie zu Hause auch, so umweltverträglich und Ressourcen sparend wie möglich.

11. Wie wichtig ist Dir die Reisefotografie, persönlich und für Deinen Blog?

Ich fotografiere furchtbar gerne. Begonnen hatte ich ganz klassisch mit einer kleinen Digicam, von der ich mich über eine Bridgekamera zur Spiegelreflexkamera mit unterschiedlichen Objektiven hochgehangelt habe. Leider fehlt mir seit meiner beiden Kinder immer mehr die Zeit zum gezielten Fotografieren. Und da Übung wie immer und überall den Meister macht, werde ich so schnell keiner. An mancher Stelle bin ich gefrustet über meinen Foto-Output, beispielsweise bei schwierigen Lichtverhältnissen, z.B. in der Dämmerung oder beim Waldspaziergang. Mit anderen Aufnahmen bin ich wiederum sehr zufrieden und freue mich, tolle Erinnerungen eingefangen zu haben. Ich hoffe, dass ich über kurz oder lang wieder mehr Zeit zum Fotografieren habe. Die Mädels sind auch schon kleine, begeisterte Fotografinnen, so dass ich guter Hoffnung bin.

Holt das Stöckchen!

Wer mag, darf gerne meine 11 Fragen zum Reisen beantworten:

  1. Wie viele Reisen machst du pro Jahr?
  2. Welche Art von Reisen unternimmst du am liebsten?
  3. Mit wem verreist du?
  4. Wie entscheidest du, wo es als nächstes hingehen soll?
  5. Was kann dich auf Reisen aus der Fassung bringen?
  6. Welches Erlebnis auf Reisen ist dein außergewöhnlichstes gewesen?
  7. Was war das größte Fettnäpfchen, in das du während einer Reise getappt bist?
  8. Gibt es landestypische Lieblingsspeisen, die du dir jedes Mal in dem Land als erstes besorgst? Welche?
  9. Wem bringst du Souvenirs mit und welche?
  10. Was tust du alles, um deine Reiseerinnerungen zu konservieren?
  11. Inwiefern wirken sich deine Reisen auf deine Persönlichkeit aus?

11 spannende Antworten findet ihr bei Norwegen-Bezwinger Simon – danke!

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