Wandern mit Kindern im Harz

Harzer Wanderprinzessin in 6 Tagen: Wandern mit Kindern im Harz

Wusstest ihr, dass es in Deutschland ganze 34 Mittelgebirge gibt? Wir haben unsere Herbstferien in einem davon verbracht: Wir waren eine Woche zum Wandern im Harz. Der Harz liegt so ziemlich in der Mitte Deutschlands und ist dank des Brocken (1.141,2 m) das vierthöchste der deutschen Mittelgebirge. Ihn zeichnen ausgedehnte Wälder, spannende Felsformationen, tief eingeschnittene Täler mit wilden Flussläufen, Hochmoore und Talsperren aus. Eine perfekte Gegend zum Wandern mit Kindern!

Braunlage: Niedersächsischer Luftkurort im Harz

Von Dortmund aus ist der Harz in drei bis vier Autostunden erreichbar, je nach genauem Zielort. Wir hatte unsere Basis in Braunlage, von wo aus wir in kürzester Zeit viele schöne Ausflugsziele und Wanderungen erreicht haben. Braunlage selbst bietet zudem alles, was man als Urlauber benötigt: Gute Restaurants, ein paar Kneipen, schnuckelige Klimbim-Läden, Lebensmittelgeschäfte, ein kleines Schwimmbad und eine große Eishalle mit vielfältigem Sport- und Veranstaltungsprogramm. Vom Stadtgebiet aus erhebt sich außerdem der 971,2 m hohe Wurmberg, der zweithöchste Berg im Harz, der breite Freizeitmöglichkeiten für Sportler und Familien bietet.

Harzer Wandernadel (HWN): Stempeljagd für Groß und Klein

Zum Glück gehen meine Mädels (noch) gerne und freiwillig wandern, dennoch ist die Stempeljagd für die Harzer Wandernadel eine zusätzliche Motivation. Über den Harz verteilt befinden sich an sehenswerten Plätzen insgesamt 222 Stempelstellen (Kartenansicht) plus weitere Sonderstempelstellen. Wenn Kinder bis 11 Jahre mindestens 11 verschiedene Stempel gesammelt haben, erhalten Sie die Auszeichnung „Harzer Wanderprinz*essin“ samt Urkunde und Anstecknadel (Schutzgebühr 4,50 €). Bereits ab 8 erbeuteten Stempeln erhält jeder Wanderer, ob Groß oder Klein, die bronzene Harzer Wandernadel, ab 16 Stempel die silberne und ab 24 erwanderten Stempeln die goldene Harzer Wandernadel (Schutzgebühr jeweils 4,00 €). Für Profis und ausdauernde Stempelsammler gibt es weitere Leistungsabzeichen sowie Themennadeln für die Themenwanderungen „Harzer-Hexen-Stieg“, „Harzer Grenzweg“, „Goethe im Harz“ und „Harzer Steiger“ (Bergbau).

Der Wanderpass ist personengebunden und unbegrenzt gültig, so dass ihr bei jedem Harzbesuch weitersammeln könnt. Ihr könnt ihn in den Touristeninformationen sowie in Geschäften, Hotels etc. erwerben (Kosten: 3 Euro, hier findet ihr die Vertriebsstellen). Aber Achtung: Es gibt Geschäfte, die die Pässe nicht einzeln, sondern nur komplette Starterkits für 17 Euro verkaufen.

Tourenauswahl: Spannende Wanderungen mit vielen Stempeln

Gemeinsam mit unseren Freunden und ihrer Tochter hatten wir nur 6 Tage Zeit, um die angestrebten 11 Stempel zu sammeln. Puh, die Routenauswahl war eine kleine Herausforderung! Ich brauchte Touren, die von der Länge her auch für unsere kleinste Ausreisserin machbar sind, die spannend für alle Kids sind und noch dazu ausreichend Stempelstellen entlangs des Wegs hatten. Sagen wir mal so: Meine Planung hat sich in der Praxis bewährt.

Stempelkasten gefunden

Die Suche nach den grünen Stempelkästen hat meinen Mädels riesigen Spaß gemacht.


Stolze Harzer Wanderprinzessinen

Zwei stolze Harzer Wanderprinzessinen


An unseren zwei zusätzlichen Tagen haben wir Vier noch zwei weitere Stempel erhascht. Insgesamt sind wir in 8 Tagen 40 km gewandert mit 1.100 Höhenmetern rauf und 1.200 Höhenmetern runter. Unsere Touren stelle ich euch nun vor, jeweils mit Link zur genauen Route auf Komoot. Die Reihenfolge der Wanderungen spiegelt meine Präferenz beim Wandern mit Kindern im Harz wider.


#1 Abenteuerlicher Klippenrundweg mit tollen Aussichten

Die schönste Wanderung unseres Urlaubs liegt zwischen Schierke und Elend (ja, der Ort heißt wirklich so). Man kann die 5,5 Kilometer lange Tour von beiden Seiten aus starten, wir sind ab Schierke losgelaufen. Als erstes haben wir die Mäuseklippe passiert, die im Nebel sogar etwas mystisch wirkte.

Mäuseklippe

Aufstieg entlang der Mäuseklippe

Das Highlight waren allerdings die eindrucksvollen Schnarcherklippen. Die beiden Granitfelsen sind 25 bzw. 28 Meter hoch. Während der südwestliche Felsturm mit seinem Gipfelkreuz Kletterern vorbehalten ist, haben wir den nordöstlichen Felsen über mehrere Eisenleitern bestiegen. Die Mädels waren von der Kletteraktion begeistert! Und ich habe die grandiose Aussicht von oben genossen. Ganz in der Nähe des Fußes der Granittürme befindet sich die Stempelstelle HWN 014.

Der Abstieg über den Barenberg war angenehm zu laufen und mit schönen Aussichten verbunden, die unter anderem dem Appetit des Borkenkäfers zu verdanken waren. Auch ohne den gefräßigen Käfer kann man an der Aussichtskanzel am Barenberg nett ins Tal blicken und gleich noch den nächsten Stempel einkassieren (HWN 020). Weiter gings hinab ins Elendstal, das seinem Namen mal so gar keine Ehre macht. Unser Weg führte idyllisch entlang der kalten Bode. Etwas abenteuerlich haben wir eine marode Brücke überquert, um auf der anderen Seite dann die Einsturzwarnung samt Umgehungshinweis zu finden. Etwas spät… Nach einem steileren Zickzackstück bergauf liefen wir auf einem schönen Panormaweg zurück zum Parkplatz. Unterwegs konnten wir der dampfenden Brockenbahn auf der anderen Talseite zuwinken.

Tourdaten: 5,5 km, 180 hm, 2 Stempel (HWN 014, HWN 020), Route auf Komoot
Fazit: Landschaftliche schöne Wanderung mit einer spannenden Kletterpartie.

Tipp: Wenn man die Runde um einen bis anderthalb Kilometer verlängert, kann man noch einen weiteren Stempel einsammeln (HWN 021 an der Helenenruh).


#2 Grenzerfahrung: Deutsche Teilungsgeschichte hautnah

Von Elend gehts weiter nach Sorge: Diese einfache, aber sehr schöne Wanderung führt durch das Freiland-Grenzmuseum, was den hauptsächlichen Reiz der Tour ausmacht. Schnurgerade läuft der Weg auf die ehemalige deutsch-deutsche Grenze zu. Als wir von einem militärischen Jeep überholt werden, fühlt sich die Zeitreise merkwürdigt real an. Ein paar Meter weiter erreichen wir den Zaun II zum Schutzstreifen, der mit Stacheldraht und einer Hundelaufanlage gesichert ist. Lotta lauscht staunend und teils entsetzt unseren Erklärungen dazu. Daneben stehen ein Bunker sowie eine Gewässersperre – da staune selbst ich, was man sich damals alles hat einfallen lassen, um die Leute im Land zu halten.

Stacheldrahtzaun mit Hundelaufanlage bei Sorge

Stacheldrahtzaun mit Hundelaufanlage bei Sorge. Daneben ist eine Gewässersperre ausgestellt.

Wir laufen etwa 1 Kilometer durch die ehemalige Sperrzone, bis wir den Beobachtungsturm und den Grenzzaun I erreichen. Das ist er also, der Todesstreifen. Von einen auf den nächsten Moment bekommen die mir durchaus bekannten Fakten eine echte Dimension. Es mag am Blickwinkel liegen, weil ich plötzlich mittendrin in der Szenerie stehe. Für mich war das die erste hautnahe Grenzerfahrung abseits der Berliner Mauer, und ich kann nur jedem den Besuch eines Grenzschauplatzes empfehlen, um die deutsche Trennungsgeschichte nicht nur zu verstehen, sondern wirklich zu begreifen.

Freiland-Grenzmuseum Sorge

Blick vom „Westen“ auf den ehemaligen Grenzzaun samt Beobachtungsturm bei Sorge.

Wir laufen noch ein Stück weiter entlang der ehemaligen Grenze, bis wir unseren heutigen Stempelkasten erreichen. Nach so viel anschaulichem Geschichtsunterricht entscheiden wir uns für den idyllischen Rückweg auf schmalen Pfaden entlang der Warmen Bode. Die Natur tut uns gut, und die Mädels hüpfen wie zwei junge Rehe über ausuferndes Wurzelwerk und umgestürzte Bäume. So gefallen uns Waldspaziergänge.

Tourdaten: 4,45 km, 60 hm, 1 Stempel (HWN 046), Route auf Komoot
Fazit: Geschichtsunterricht unter freiem Himmel samt Rückweg auf schmalen Naturpfaden. Eine tolle Tour zwischen Geschichte und Natur für Groß und Klein.


#3 Vom Radauwasserfall zu den Luchsen an der Rabenklippe

Tiere gehen für Kinder ja immer, und so etwas Besonderes wie das Luchsgehege ist natürlich ein Top-Wanderziel für uns. Wir haben unser Auto auf dem Wanderparkplatz „Taternbruch“ nahe des Radaufalls abgestellt und sind vor dort die paar Meter rüber zu dem hübschen Wasserfall gelaufen. Wusstet ihr, dass der Wasserfall künstlich angelegt wurde? Und zwar schon im Jahre 1859, natürlich zur Belebung des Tourismus. Verrückt!

Vom Wasserfall steigen wir über einen Serpentinenweg 200 Höhenmeter hinauf zur aussichtsreichen Winterbergklippe. Ein schmaler Waldpfad führt uns weiter zur Rudolfklippe, die von den Mädels ausgiebig beklettert wird. Bis zu unserem Etappenziel auf halber Strecke ist es nicht mehr weit. Wir erreichen das Molkenhaus gerade rechtzeitig, bevor der Regen so richtig losprasselt. Im Warmen und Trockenen stärken wir uns mit heißem Tee und Kakao. Bevor wir im Nieselregen weiterlaufen, holen wir uns noch noch flott Stempel „HWN 169“ ab. Den schönen Abenteuerspielplatz müssen wir witterungsbedingt leider auslassen.

Der weitere Weg über die Forststraße ist leider genauso öde wie das Wetter. Zum Glück bietet die Aussicht auf die Luchse genügend Motivation für unsere Wandermädels – zumindest für die großen. Nach einem kurzen Stopp an der tiefen Kohlstelle erreichen wir das mittlerweile heiß ersehnte Luchsgehege und haben großes Glück: Die Luchse warten schon auf uns. Na ja, vielleicht auch auf ihr Futter, das sie normalerweile um 14.30 Uhr bei der Schaufütterung bekommen, die heute allerdings ausfällt. Wusstet ihr, dass Luchse hier im Harz mittlerweile wieder heimisch sind? In einem großen Wiederansiedlungsprojekt wurden Anfang der 2000er insgesamt 24 Luchse im Gehege an der Rabenklippe an den Harz gewöhnt und anschließend ausgewildert. Auch über den Harz hinaus wurden bereits wilde Luchse gesichtet.

Nachdem die Mädels sich irgendwann von den Pinselohren losreißen können, besteigen wir die Rabenklippen, die in ein waberndes Nebenschwadenmeer gehüllt sind. Erste Sonnenstrahlen durchdringen die trübe Suppe und malen leuchtende Farbklekse in die graue Landschaft. Ein tolles Schauspiel!

Sonne und Wolken über den Rabenklippen

Sonne und Wolken spielen ein spannendes Spiel über den Rabenklippen.

Wir machen es uns im Gasthaus an den Rabenklippen gemütlich und bestellen leckere Wildgerichte, die aus lokalem Wild zubereitet werden. Nach dem Essen treibt es die Mädels sofort wieder raus. Wir kassieren Stempel HWN 170 ein, prägen eine Münze mit Luchsmotiv und werfen unser restliches Kleingeld in die Spendenbox für die Luchse. Schließlich verabschieden wir uns ausgiebig von der Luchsin Pamina, bevor wir mit dem Bus zurück zum Parkplatz fahren.

Tourdaten: 7 km, 260 hm, 2 Stempel (HWN 169 + 170), Route auf Komoot
Fazit: Anfangs spannende Wanderstrecke, die später eher langweilig über die Forststraße führt. Das Luchsgehege ist den Weg aber Wert!

Noch ein Tipp: Wenn eure Kinder gerne mehr über Luchse erfahren möchten, zeigt ihnen diese Folge Paula und die wilden Tiere, da ist Paula nämlich bei den Luchsen an der Rabenklippe zu Besuch.


#4 Naturmythenpfad

Heimspiel für uns! Der Naturmythenpfad startet fußläufig von unserer Ferienwohnung entfernt. Der einfache Rundweg führt an neun Mitmachstationen vorbei, die lehrreiche Informationen rund um das Spannungsfeld von Mensch und Natur spannend und kurzweilig aufbereiten. Besonders interessant fand ich die Geschichte des Waldes in Deutschland. Und auch zum Wolf haben wir noch Neues gelernt, obwohl wir als Wolfspaten eigentlich recht gut informiert sind. Ein Highlight für die Kinder war ganz klar der Wunschbaum. Wir haben unsere Wünsche auf Schiefertafeln geschrieben und dem Baum übergeben. Noch warten wir allerdings auf die Erfüllung unserer Wünsche… Immerhin habe ich im Labyrinth auf Anhieb den Weg zu mir selbst gefunden. Einen Stempel haben wir bei dieser Wanderung übrigens auch gefunden (HWN 148).

Für den Weg kann man sich ruhig viel Zeit nehmen, denn die Stationen bieten sehr viel Entdeckungspotential für Groß und vor allem für Klein. Uns hat allein das Wetter irgendwann in die Flucht ins Trockene geschlagen.

Tourdaten: 4 km Rundweg bzw. 7 km ab Braunlage, 150 hm, 1 Stempel (HWN 148), Route auf Komoot
Fazit: Einfacher, aber sehr spannender und unterhaltsamer Rundwanderweg. Ein Muss für Familien!


#5 Baumannshöhle mit Wanderung zu zwei Aussichtspunkten

Eine gute Schlechtwetteroption ist ein Besuch der Tropfsteinhöhlen in Rübeland. Wir haben die Baumannshöhle besichtigt, die sich über mehrere „Stockwerke“ durch den Berg zieht und uns mit wunderschönen Tropfsteinformationen sowie einem kleinen See begeistert hat. Coronabedingt finden zur Zeit leider keine Führungen statt, aber das Personal in der Höhle hat uns unsere Fragen sehr freundlich und ausführlich beantwortet, so dass wir dennoch Einiges bei dem Besuch mitnehmen konnten. Nur keine Fotos, denn Fotografieren ist wegen der Fledermäuse in der Höhle untersagt.
Tipp: Um Wartezeiten zu vermeiden, solltet ihr eure Tickets unbedingt vorab im Internet kaufen!

Trotz Nieselregens sind wir vom Höhlenausgang, der schon auf halber Strecke liegt, weiter hoch auf den Schornsteinberg gelaufen. Neben dem Stempel HWN 089 wurden wir mit einem schönen Ausblick über Rübeland belohnt. Für den Abstieg haben wir einen kleinen, steilen Trampelpfad gewählt, der zwar wetterbedingt etwas abenteuerlich war, uns aber auf kürzestem Weg ins Tal gebracht hat.

Aussichtspunkt Hoher Kleef

Der hübsche Aussichtspavillon Hoher Kleef bieten einen weiten Blick über Rübeland und Umgebung.

Da der Himmel nun aufklarte, sind wir kurzerhand auf der gegenüberliegenden Talseite noch zum malerischen Aussichtspavillon Hoher Kleef gewandert, wo wir Stempel HWN 088 eingesammelt haben. Diese Tour ist um Einiges attraktiver als die Wanderung zum Schornsteinberg. Sie führt an der Ruine Birkenfeld vorbei, die die Mädels natürlich erobern mussten. Als Krönung des Tages haben wir noch eine ganz besondere Entdeckung am Wegrand machen können: Ein Feuersalamander ließ sich von der Nachmittagssonne wärmen und von uns bereitwillig fotografieren.

Feuersalamander

Glücksfund: Wir sehen einen Feuersalamander aus nächster Nähe!

Tourdaten: 5 km, 150 hm, 2 Stempel (HWN 088 + 089), Route 1 und Route 2 auf Komoot
Fazit: 2 flotte Kurzwanderungen für die Stempeljagd. Lohnenswert ist die Tour zum Hohen Kleef, den Schornsteinberg muss man nicht zwingend mitgenommen haben.

Tipp: Auf der Rückfahrt kann man sich ganz einfach und schnell noch einen zusätzlichen Stempel einheimsen. Haltet dazu beim Königshütter Wasserfall, der direkt an der Straße liegt und den Stempel HWN 040 bereit hält.


#6 Über den Baumwipfelpfad auf den Großen Burgberg

Bei dieser Tour geht es hoch hinaus! Der etwa 1000 Meter lange Baumwipfelpfad führt uns durch die oberen Waldstockwerke und eröffnet uns mal ganz andere Perspektiven. Der Pfad hat allerdings noch mehr zu bieten als das reine Spazieren auf Augenhöhe mit den Baumkronen. In 50 Erlebnis- und Mitmachstationen erfahren wir so Einiges über den Harz samt seiner Tier- und Pflanzenwelt, die Kinder toben sich auf der wackeligen Erlebnisbrücke und an den Balancierparcours aus, und den letzten Kick gibt uns der gläserne Skywalk. Zwei Sonderstempel, einen direkt auf dem Baumwipfelpfad und einen im Kurpark nahe des Ticketschalters, sammeln wir auch noch ein. Diese zählen aber nicht für das Abzeichen der Harzer Wanderprinzessin bzw. Wandernadel.

Um noch einen regulären Stempel zu erhaschen, wandern wir am Ende des Baumwipfelpfads weiter hinauf auf den Großen Burgberg. Der Forstweg selbst ist einigermaßen langweilig, aber ein paar Mitmachstationen am Wegrand bringen Abwechslung für die Kinder. Oben angekommen erkunden wir die Überreste der ehemaligen Harzburg und genießen den Weitblick über Bad Harzburg und das Harzumland. Wir sammeln noch flott unseren heutigen Stempel HWN 121 ein, bevor wir mit der Burgberg Seilbahn wieder hinunterfahren und den Spielplatz im Kurpark erobern.

Tourdaten: 3 km, 190 hm, 1 Stempel (HWN 121) + 2 Sonderstempel, Route auf Komoot
Fazit: Einen Baumwipfelpfad muss man einmal besucht haben. Zusammen mit der Kurzwanderung auf den Burgberg und der Seilbahnfahrt hinunter ist das ein runder Tagesauflug für Familien.


#7 Vom Wurmberg nach Braunlage

Wer in Braunlage urlaubt, kommt um den zweihöchsten Berg des Harz nicht herum. Mit der Seilbahn fahren wir schon zeitig auf den 971 m hohen Wurmberg und werden dafür belohnt: Den großen Abenteuerspielplatz haben wir fast für uns allein. Die Kinder toben sich begeistert auf den Ziehseilfähren und Wasserläufen, dem Trampolin, den Klettermöglichkeiten, Rutschen und Schaukeln aus, während wir Erwachsenen die laue Herbstsonne genießen. Erst, als gegen Mittag der Ansturm größer wird, räumen wir das Feld. Mehr oder weniger, denn wir bleiben noch am Streichelzoo hängen, fahren Stempel HWN 156 ein und besteigen den Wurmbergturm (4 Euro p.P.), den wir über die 30 Meter lange Außenröhrenrutsche wieder verlassen. Lohnt!

Die Wanderung hinunter ist allerdings nur semispannend. Nach dem ersten steilen Serpentinenweg entlang der ehemaligen Skisprungschanze bleiben nur breite Forstwege, und wir müssen ständig Monsterrollern und Mountainbikern ausweichen. Solche Strecken lassen mein Wandererherz nicht gerade höher schlagen. Immerhin ergattern wir mit einem kleinen Abstecher noch einen zweiten Stempel (HWN 18), der sich unmittelbar am Grenzweg befindet.

Ehemalige Skisprungschanze

Blick auf die ehemalige Wurmbergschanze, die 2014 abgerissen wurde.

Tourdaten: 5,8 km, 440 hm, 2 Stempel (HWN 156 + 18), Route auf Komoot
Fazit: Der Abenteuerspielplatz samt Streichelzoo und Wurmbergturm ist für Familien ein Top-Ausflugsziel, zum Wandern ist der Wurmberg aber ziemlich öde.


#8 Abendspaziergang zur Wolfswarte

Wir hatten eine tolle Idee: Wir wollten abends die kurze Strecke (ca. 1 km) zur Wolfswarte hochlaufen und dort bei einem gemütlichen Picknick den Sonnenuntergang genießen. Soweit die Theorie. In der Praxis war der steinige Weg ziemlich matschig und rutschig durch den Regen der letzten Tage, und die versprochene Sonne zeigte sich leider auch nicht. Schade! Nichtsdestotrotz ist die Aussicht von der Wolfswarte lohnenswert. Auch wenn es zum ausgiebigen Picknicken zu kühl war, haben die Mädels beim Klettern an den Felsen ihren Spaß gehabt. Zudem haben wir den Stempel HWN 135 mitgenommen. In der Abenddämmerung haben wir uns auf den Rückweg zum kleinen Parkplatz gemacht, was für die Mädels auch ein kleines Abenteuer war (Stirnlampen nicht vergessen!).

Wolfswarte

Abenddämmerung an der Wolfswarte

Tourdaten: 2,2 km, 100 hm, 1 Stempel (HWN 135), Route auf Komoot
Fazit: Steinige, aber sonst einfache Kurzwanderung zu einem schönen Aussichtspunkt (gutes Wetter ist hier von Vorteil).

Tipp: Vor der Wanderung zur Wolfswarte waren wir auf der Sommerrodelbahn in St. Andreasberg.


Urlaub und Wandern mit Kindern im Harz – gerne bald wieder!

Wir waren dieses Jahr zwei Mal im Harz: Vor unserer Herbstwoche in Braunlage war ich mit den Mädels und Freunden im Frühjahr bereits für ein verlängertes Wochenende in Thale. Beide Wanderurlaube waren super! Der Harz hat viele, abwechslungreiche Wanderstrecken und Unternehmungen zu bieten, so dass wir definitiv und bald wiederkommen werden. Die hübschen Städte wie beispielsweise Goslar haben wir dieses Mal komplett ausgelassen. Die Sandhöhlen nebst Burg und Festung Regenstein bei Blankenburg stehen noch oben auf meiner Harz-Wunschliste. Wenn schon Auslandsreisen Corona bedingt gerade schwierig sind, so würde ich meinen Kindern mit der Stabskirche in Hahnenklee gerne etwas Norwegen-Flair in Deutschland zeigen. Und überhaupt hat unser Stempelheft noch so viele Lücken, die gefüllt werden wollen. Am liebsten sind meiner Großen solche Touren, bei denen wir auf solch tolle Aussichtsklippen wie die Schnarcherklippen klettern können. Und den Brocken möchte sie natürlich auch noch besteigen.
Meine Empfehlung: Wenn ihr in den Harz reist, entscheidet euch für eine Region und klappert dort die nahgelegenen Ziele ab, davon gibt es nämlich reichlich. Beim nächsten Besuch wählt ihr eine andere Homebase und besucht die dortigen Ausflugsziele. Auf die Weise seht ihr unterm Strich am meisten, denn die Strecken im Harz ziehen sich gewaltig.

Mehr über den Harz

Die ein oder andere Sehenswürdigkeit von meiner persönlichen Wunschliste haben Bloggerkollegen von mir bereits bereist und darüber berichtet. Schaut mal vorbei!

  • Jenny von den Weltwunderern hat in einem Rundumschlag 25 Tipps quer durch den gesamten Harz gesammelt.
  • Fleißig gewandert ist Angela mit ihrem Sohn und stellt ihre Routen vor.
  • Nadine hat im 2020er Corona-Sommer einen Deutschland-Roadtrip gemacht und dabei natürlich auch den Harz besucht. Ihre Harz-Erlebnisse samt herrlicher Fotoimpressionen lege ich euch wärmstens ans Herz.
Interessant? Dann gerne teilen!