Tierfilme

Tierfilme für Kinder: 5 wunderschöne und lehrreiche Kinoabenteuer

Winterzeit ist Kuschelzeit! Natürlich treibt es uns auch in den Wintermonaten nach draußen, um unsere regelmäßige Vitamin-D-Dosis abzuholen. Am Wochenende kuscheln wir uns aber auch gerne gemeinsam auf die Couch und schauen in die Röhre. Ganz hoch im Kurs stehen bei uns Natur- und Tierfilme, so dass ich über unsere TV-Abende fast schon das Prädikat „pädagogisch wertvoll“ stülpen kann.

Um zu verstehen, warum die Natur schützenswert ist, müssen wir erleben, worum es bei der Natur geht.

—  Guillaume Maidatchevsky, Regisseur von Ailos Reise

Tierisches Filmvergnügen

Lotta liebt Tiere. Wenn sie groß ist, möchte sie Wildtierschützerin werden. Dafür übt sie jetzt schon an ihrer riesigen Kuscheltierarmada. Von klein auf haben wir unseren Kindern alle Tiere gezeigt, die uns bei unseren Spaziergängen, Wanderungen und Zoo-Besuchen über den Weg gekrabbelt, gehüpft, gewatschelt oder geflogen sind. Wir erzählen dazu etwas über die Tiere, wie sie leben, was sie fressen, was sie besonders macht. Berührungsängste haben beide Mädels nicht, sogar Spinnen werden aus nächster Nähe inspiziert; nicht wie Mutti, die ihre Spinnenphobie erst im Amazonas-Regenwald überwunden hat.
Bei so viel Tierliebe lag es nahe, dass wir für unsere Home-Kino-Abende mal einen Tierfilm aufs Programm gesetzt haben. Seitdem stehen diese unangefochten ganz oben auf unserer Hitliste. Und während der Herr des Hauses bei „3 Nüsse für Aschenbrödel“ (mehr oder weniger) still vor sich hin leidet, sorgen unsere tierischen Filmabenteuer für echtes Kinovergnügen für die gesamte Familie. Als Reisefan schlägt mein Herz bei den grandiosen Landschaftsaufnahmen auch immer noch ein Stückchen höher.
Hier kommen unsere (bisherigen) Top 5:

#1 Für Nordland-Fans: Ailos Reise
#2 Für Fuchs-Anhänger: Der Fuchs und das Mädchen
#3 Für Hunde-Freunde und Berg-Liebhaber: Belle und Sebastian
#4 Für Bewunderer der Wölfe: Kim und die Wölfe
#5 Für Afrika-Begeisterte und Tierfans allgemein: Die lustige Welt der Tiere

Lieblingsfilme

Unsere Lieblingsfilme

#1 Ailos Reise

Unser absolutes Highlight (bisher) ist die wunderschöne Natur-Dokumentation Ailos Reise*. Doku? Für Kinder? Oh ja! Denn diese Natur-Doku ist in eine wunderschöne Geschichte über das kleine Rentier Ailo verpackt, das während der Wanderung der Rentierherde von den Gipfeln Nordlapplands zu den Sommerweiden auf die Welt kommt. Wir begleiten den kleinen Ailo in seinem ersten Lebensjahr, erleben seine Begegnungen mit Hasen, Hermelinen und Polarfüchsen, und fiebern mit ihm, wenn er von Vielfraßen oder Wölfen gejagt wird. Wir erleben hautnah, wie Ailo an der Seite seiner Mutter lernt, die Gefahren des Lebens zu meistern, und zu einem großen Rentier heranwächst.
Die grandiosen Landschafts- und Tieraufnahmen werden jeden Naturliebhaber, vor allem natürlich die Freunde des hohen Nordens, beeindrucken. Erzählt wird die liebevolle Geschichte über Mut und Durchhaltevermögen von Anke Engelke, die das wirklich zauberhaft macht (keine Sorge, euch erwartet das genaue Gegenteil von Dori).

FSK: 0 Jahre.
Die Geschichte ist bestens für die gesamte Familie geeignet.

Rentierherde in der Hardangervidda

Rentierherde in der Hardangervidda, wo auch Ailos Herde im Sommer lebt.

Tipp:
Spannende Hintergrundinformationen zu Ailos Reise erhaltet ihr auf der offiziellen Webseite zum Film. Dort gibt es übrigens auch tolles Schulmaterial zum Download, das ich Lehrern, aber natürlich auch Eltern der Altersgruppe 8-11 Jahre nur ans Herz legen kann.

#2 Der Fuchs und das Mädchen

Noch eine Tier-Doku, dieses Mal über Füchse. Als ein Mädchen einem Fuchs begegnet, ist es direkt fasziniert von dem schlauen Tier. Behutsam und geduldig beobachtet es den Fuchs und gewinnt nach uns nach sein Vertrauen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine außergewöhnliche Freundschaft, und sie erleben gemeinsam wunderschöne und spannende Abenteuer. Am Ende muss das Mädchen jedoch erkennen, dass ein Fuchs trotz alledem ein Wildtier ist, das seinen Platz im Wald hat.

Auch diese Dokumentation in Geschichtenform hat mich bildlich beeindruckt. Die geniale Kameraführung vermittelt dem Zuschauer das Gefühl, live mit im Wald dabei zu sein: Man hört ein Hämmern, das Mädchen dreht seinen Kopf, und dann zeigt die Kamera den Specht. Nach seinem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm Die Reise der Pinguine* (FSK: 12 Jahre) beschert Luc Jacquet uns mit Der Fuchs und das Mädchen* nun einen wunderbaren Film für kleine und große Tierliebhaber mit Entdeckergeist.

Andenschakal, auch Andenfuchs genannt

Hierzulande habe ich noch keinen Fuchs gesehen, dafür aber einen Andenschakal in Ecuador (ist kein Fuchs, wird aber trotzdem auch Andenfuchs genannt).

FSK: 6 Jahre.
Ich persönlich würde sogar sagen, dass man den Film gerade zart besaiteten Kindern erst ab 8 Jahren zeigen sollte. Ich möchte das Ende nicht spoilern, aber so viel sei gesagt: Die Lehre, das Wildtiere keine Kuscheltiere sind, wird recht brutal vermittelt. In jedem Fall empfehle ich, nach dem Film etwas Gesprächszeit einzuplanen, um gemeinsam über den Film, insbesondere das Ende, zu sprechen. Allen meinen Befürchtungen zum Trotz hat Lotta den Film sehr gut verdaut und die richtige Lehre aus der Geschichte gezogen, wozu aber garantiert meine Erklärungen und Kuscheleinheiten im Anschluss beigetragen haben.

#3 Belle & Sebastian

Die Story dieses Spielfilms ist einfach wie schön: Sebastian wohnt bei seinem Ziehgroßvater in den französischen Alpen, wo eine „Bestie“ die Schafe der Bauern reißt. Die vermeintliche Bestie entpuppt sich als lieber und treuer Hund, mit dem Sebastian sich heimlich anfreundet, während die Dorfgemeinschaft Jagd auf das Tier macht. Belle und Sebastian müssen einige Abenteuer bestehen, bevor die Geschichte mit einem Happy End schließt.

Wem die Geschichte bekannt vorkommt, dem sei verraten, dass es sich bei Belle & Sebastian* um die Neuverfilmung der berühmten französischen Fernsehserie nach Cécile Aubrys gleichnamigem Kinderbuch handelt, die ab 1968 auch in Deutschland zu sehen war. Ich kenne die Serie nicht und kann daher keinen Vergleich ziehen. Der Film überzeugt jedenfalls mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die bei mir extremes Bergweh verursachen. Meine Töchter hingegen schmelzen bei allen Szenen dahin, in denen Belle und Sebastian gemeinsam zu sehen sind.

Französische Alpen

Die Geschichte von Belle & Sebastian spielt hier in den französischen Alpen an der Grenze zur Schweiz.

FSK: 0 Jahre.
Empfehlenswert finde ich den Film tatsächlich erst ab 5/6 Jahren. Jüngere Kinder können der Story einfach nicht folgen, nehmen aber auch keinen Schaden am Film. Die Geschichte spielt im Jahr 1943, so dass auch das Thema Krieg bzw. Fluchthilfe vorkommt. Die Dorfbewohner helfen jüdischen Familien, über die Alpenpässe in die Schweiz zu gelangen. Da wir Lotta durch die Bunker in der Bretagne bereits Einiges über den Zweiten Weltkrieg erzählt haben, haben wir den Film zwischendrin gestoppt und ihr die Fluchtszenen erklärt, reduziert auf ein Vorschulkind-gerechtes Niveau natürlich. Das hat sehr gut geklappt, ist aber nicht zwingend notwendig für das Verständnis des Films. Die gleichaltrige Tochter von Freunden hat sich schlicht auf die Freundschaftsgeschichte zwischen Belle und Sebastian konzentriert und alles andere als irrelevant rausgefiltert.

Tipp:
Auch die Teile 2 (Sebastian und die Feuerretter*) und 3 (Belle & Sebastian – Freunde fürs Leben*) sind sehenswert, daher empfehle ich, kleinen Hundefreunden direkt die 3er-Box* zu kaufen. Die Teile 2 und 3 sind übrigens erst FSK 6.

#4 Kim und die Wölfe

Die 12-Jährige Kim klettert für ihr Leben gern. Bei einer waghalsigen Kletterpartie im Alleingang stürzt sie ab und liegt verletzt mitten in der Wildnis. Kims Rettung ist eine Wolfsfamilie, die sie aufnimmt, jedoch ihrerseits von Wilderern bedroht wird. Kim beschließt, die Wölfe über die schwedische Grenze zu bringen, wo die Tiere in Sicherheit sind. Eine wunderbare Freundschaft zwischen Mensch und Tier entsteht.

Der norwegische Film Kim und die Wölfe* hat mehrere Preise gewonnen – zurecht! Die Naturaufnahmen sind wundervoll, und die Message des Films ist ein wichtiger Appell an den Tier- und Naturschutz.

Wolf in Nordnorwegen

Diesen Wolf haben wir im Polar Park in Nordnorwegen gesehen.

FSK: 6 Jahre
Lotta war von dem Film begeistert und ist seither leidenschaftliche Wolfsliebhaberin. Der Film hat aber auch Spuren hinterlassen: Bei der Wanderung durch die Wolfsschlucht, wo sie Wölfe erwartete, aber nicht vorfand, fing sie bitterlich an zu weinen. Sie war tieftraurig, dass die Menschen die Wölfe gejagt haben, und ließ sich erst beruhigen, als wir den aktuellen Wolfbestand in Deutschland gegoogelt und ihr die wachsenden Populationszahlen versichert haben. Mittlerweile ist Lotta sogar stolze Wolfspatin beim NABU. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke, der Film ist eher ab 8 zu empfehlen und dürfte, analog zum Alter der Protagonistin, die Altersklasse 10-14 Jahre am besten ansprechen.

NABU Wolfspatenschaft

Schützt die Wölfe! Werdet wie Lotta Wolfspate beim NABU.

Die lustige Welt der Tiere

Der englische Titel trifft es eigentlich noch besser: Animals are Beautiful People* aus dem Jahre 1974 ist ein Klassiker unter den Tierfilmen. Als Kind habe ich die Tierdoku unzählige Male gesehen, vor allem wenn ich krank war, war der Streifen meine erste Wahl. Die Dokumentation zeigt die Fauna und Flora der afrikanischen Namib-Wüste, des Okavango-Beckens und der Kalahari-Wüste. Die beeindruckenden Bilder sind mit witzigen Kommentaren unterlegt, die die Doku auch für Kinder unterhaltsam gestaltet.

FSK: 6 Jahre.
Lotta haben einige Tierszenen sehr gut gefallen (die besoffenen Tiere findet wohl jeder klasse), andere Tierarten findet sie hingegen uninteressant. Ihr fehlt ganz klar der Afrika-Bezug. Ich hingegen stehe nach wie vor zu diesem Klassiker.

Leihen, kaufen, verschenken

Weihnachten steht kurz bevor, und der ein oder andere sucht vielleicht noch auf die Schnelle ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Kinder. Ich persönlich ziehe es vor, schöne Filme auf DVD anzuschaffen statt zu streamen. Man guckt sie ja doch öfter und kann sie auch gut im Freundeskreis verleihen. Nach Möglichkeit kaufe ich DVDs gebraucht, wenn die Verkäufer nicht gerade wieder überzogene Preisvorstellungen haben. Und wenn die DVDs bei uns ausgedient haben, verkaufe, verschenke oder tausche ich sie.
Bei spontanen Kinoabenden bedienen wir uns aus der Amazon-Prime-Videothek oder bei Netflix. Auch ein Kinoabend mit gestreamtem Film lässt sich gut verschenken. Mit beispielsweise dem passenden Schleichtier (Rentier*, Fuchs*, Hund*, Wolf*, Wild Life Set*) dazu ist ein Home-Kino-Gutschein auch für kleinere Kinder gut greifbar.

Welche Tipps für schöne Kindertierfilme habt ihr auf Lager? Wir haben (altersbedingt) erst vor Kurzem mit den Familien-Kinoabenden begonnen und sind im Hinblick auf den bevorstehenden Corona-Winter für Tipps und Inspirationen dankbar!

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