Wandern mit Kindern in Hall-Wattens, Tirol, Österreich

Wandern mit Kindern in Tirol: Kleine Nasen schnuppern Bergluft

[Werbung / PR-Sample] „Mama, ich möchte endlich mal wieder in den Bergen wandern!“ Diesen Wunsch habe ich als wanderbegeisterte Mama meiner 3,5-Jährigen nur allzu gerne erfüllt. Als Ziel für unsere zweiwöchigen Kita-Sommerferien habe ich Tirol ausgesucht.

Leider waren wir allesamt gesundheitlich angeschlagen, so dass wir unsere Reise um ein paar Tage kürzen und unser Programm ein wenig mäßigen mussten. Ich bin immer noch etwas wehmütig, denn ich hatte mir in meinem Reiseführer Tirol mit Kindern* vom Naturzeit Reiseverlag [PR-Sample] so schöne Wanderungen ausgesucht. Schnief. Nächstes Mal. Um das Positive zu sehen: Acht Tage Tirol sind besser als nichts, schließlich haben wir trotz Sommergrippe ein paar herrliche Bergerlebnisse genossen.

Tirol – ein wenig Geographie

Das österreichisches Bundesland Tirol grenzt an das deutsche Bayern, das italienische Südtirol, und im Südwesten touchiert es die Schweiz. Die Hauptstadt und zugleich einwohnerstärkste Stadt ist das zentral in der Region liegende Innsbruck. Wir haben uns bei unserer Reise hauptsächlich im Inntal zwischen Innsbruck und Wörgl sowie dem davon abzweigenden Achental bewegt. Unsere Wanderungen haben uns in die Tuxer Voralpen, ins Karwendel und die Brandenberger Alpen geführt.

interaktive Karte unserer Reise (blau = Unterkünfte; grün = Unternehmungen)

Meine Familien-Wander-Highlights in Tirol

Wandern ist und bleibt meine Lieblingsbeschäftigung auf Reisen, von daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass meine Highlights der Reise unsere Wanderungen waren. Hier meine persönliche Hitlist:

1. Zirbenweg (7 km)

Die aller aller schönste Wanderung war für mich der 7 Kilometer lange Zirbenweg, der auf 2.000 Metern Höhe aussichtsreich über dem Inntal verläuft. Für Familien ist die Wanderung geradezu ideal: Die Strecke ist von der Länge her überschaubar, es sind nur wenige Höhenmeter zu bewältigen, und trotzdem ist der Weg spannend, aussichtsreich, bietet alpinen Charakter und echtes Berg-Feeling. Wer gerade keine Kinder zur Hand hat, aber ein Fan von leichten Genuss-Wanderungen ist, darf sich diese Tour ebenfalls nicht entgehen lassen.
weiterlesen Zirbenweg mit Kindern: Familienkompatible Genusswanderung

Wandern auf dem Zirbenweg, Region Hall-Wattens

Wandern auf dem Zirbenweg – leicht und aussichtsreich

2. Hüttenübernachtung mit Kleinkindern

Eines wollte ich unbedingt ausprobieren, nämlich mit unseren Mädels auf einer Berghütte zu übernachten. Experiment geglückt! Für mich selbst wähle ich meist das Matratzenlager, mit Kleinkindern im Schlepptau haben wir das Viererzimmer in der Vordertalhütte vorgezogen. Lotta war begeistert! Sie durfte das erste Mal im Stockbett schlafen, und hat sich auch sonst in der Hütte pudelwohl gefühlt. Von der Voldertalhütte sind verschiedene schöne Wanderungen oder Mountainbiketouren möglich, viele davon auch familienkompatibel.
weiterlesen Hüttenübernachtung mit Kleinkindern

Voldertalhütte in der Region Hall-Wattens

Voldertalhütte in der Region Hall-Wattens

3. Wandern am Rofan

Die meisten Urlauber zieht es zum Achensee des Sees wegen, wir haben ihn jedoch hauptsächlich von oben bestaunt. Mit der Rofan-Bahn sind wir bis auf etwa 1.500 Meter hochgegondelt und haben dort eine herrliche und absolut kinderfreundliche Kurzwanderung zur Dalfaz-Alm unternommen. Wie und warum wir beim Rückweg einen neuen Streckenrekord aufgestellt haben, erzähle ich in einem eigenen Beitrag.
weiterlesen [Bericht folgt]

Ausblick von der Erfurter Hütte zum Adlernest

Ausblick von der Erfurter Hütte zum „Adlernest“

4. Wanderung durch die Tiefenbachklamm

Ich liebe Klammwanderungen, daher war ich bei der Tour durch die Tiefenbachklamm voll in meinem Element. Auch Lotta war von der Wanderung begeistert: Brücken, Wasserfälle, Aussichtsplattformen, eine verlassene Hütte und natürlich schöne Badestellen lassen Kinderherzen höher schlagen.
weiterlesen [Bericht folgt]

Miniwanderungen bzw. Spaziergänge

Wer lieber spaziert als sportlich zu wandern, kommt rund ums Inntal natürlich auch auf seine Kosten. Und auch eine wanderbegeisterte Familie wie wir braucht mal einen Pausentag, an dem sich die müden Zwergenbeine und die geschundenen Elternrücken erholen können. Zwei Spazierwege haben wir ausprobiert.

Mini-Wanderung zur Walderalm

Von der Hinterhornalm führt ein breiter Forstweg in rund 30 Minuten zur Walderalm. Die Wanderung selbst ist – sorry! – eher langweilig, Forstweg eben, das Ziel ist dafür wirklich lohnenswert. Hinter der Walderalm, die auf 1.511 Metern Höhe liegt, erhebt sich die traumhafte Bergkulisse des Karwendels. Hier oben hat sogar schon die berühmte lila Kuh für eine Schokoladenwerbung posiert.

Walderalm im Karwendel

Kurz vorm Ziel: Zur Walderalm vor dem Karwendel-Panorama ist es nicht mehr weit.


Ausblick aufs Inntal

Ausblick aufs Inntal

Auf Forstwegen müssen wir leider immer aktiv motivieren, um unsere Große bei Laune zu halten. Das passiert uns bei „echten“ Wanderungen nicht. Für Hobbywanderer und Familien, die mit Kinderwagen wandern möchten, ist diese Minitour aber ideal.
Am Ende kann man übrigens bei der Hinterhornalm nochmals gut einkehren. Während sich unsere noch nicht ausgelastete Große auf dem Trampolin müde gehüpft hat, haben wir leckeren Apfelstrudel auf der Aussichtsterrasse genossen. Ein weiteres Highlight sind die Tiere: Neben Katzen, Hühnern und Kaninchen grasen auf der Hinterhornalm sogar Lamas.

Anreise:
Von Gnadenwald führt eine Mautstrasse (ca. 5 Euro) hinauf zur Hinterhornalm, wo sich ein großer, kostenfreier Parkplatz befindet.
sportlichere Alternativen:
Ab dem Wanderparkplatz in St. Michael (894 hm) starten verschiedene Routen hinauf zur Walderalm. Zudem kann man ab der Hinterhornalm über einen einfachen Klettersteig den 2.243 Meter hohen Hundskopf erklimmen.

Planetenlehrpfad in Vomperbach

Was Planeten sind, haben wir unserer 3,5-Jährigen nicht ausführlich erklärt, trotzdem ist die 2,5 Kilometer kurze Rundwanderung in Vomperbach einen Spaziergang wert. Wir haben die Tour zum Kinderlüften an einem Schietwettertag genutzt. Die maßstabsgetreuen Planeten sind dabei nette Motivationshilfen („Wer zuerst den nächsten Planeten sieht!“), wobei auch der Weg selbst durch Wald und Wiesen allerhand Interessantes für Kinder bereit hält. Der Planetenlehrpfad ist sicherlich kein Muss, aber eine nette Option für einen kurzen Spaziergang im Inntal.

Planetenlehrpfad in Vomperbach, Tirol, Österreich

Planetenlehrpfad in Vomperbach


(Familien-)Ausflugsziele in und um Hall-Wattens

Haus steht Kopf

An besagtem Schietwettertag haben wir vor dem Planetenlehrpfad die Touristenattraktion „Haus steht Kopf“ angesteuert. Ich hatte mir vorgestellt, ein paar lustige Fotos in dem Haus zu schießen – das hat aber nur bedingt geklappt. Zum einen hat unsere 3,5-Jährige entgegen meiner Vorstellung den Witz hinter der Sache noch nicht verstanden. Zum anderen war das Haus bereits eine gute halbe Stunde nach Öffnung so rappelvoll, dass wir kaum noch ein Rad an die Erde bekommen haben. Mit zwei Kleinkindern konnten wir kaum unfallfrei alle Räume besichtigen, an ordentliches Fotografieren war überhaupt nicht mehr zu denken. Schade, das Eintrittsgeld hätte ich mir gerne gespart.

Tropenhaus

Wir haben das Kombi-Ticket für das „Haus steht Kopf“ und das Tropenhaus gekauft. Dumme Sache, denn für das Tropenhaus hätten wir laut Vorwarnung der überforderten Parklotsen locker eine Stunde anstehen müssen. Auf keinen Fall! Wir sind lieber auf den Planetenlehrpfad ausgewichen und haben das Tropenhaus an einem anderen Tag kurz vor Toreschluss besucht (das Ticket behält seine Gültigkeit).
Weise Entscheidung! Ohne Touristenmassen ist das Tropenhaus nämlich wirklich schön. In einem Raum fliegen Papageien frei herum und fressen den Besuchern sogar aus der Hand. Im nächsten Raum sind wir durch eine tropische Gartenlandschaft geschlendert, in der Schmetterlinge um uns herum geschwirrt sind. Anschließend haben wir noch allerhand „Kleinvieh“ in ihren Terrarien angeschaut und eine große Sammlung preparierter Schmetterlinge, Spinnen & Co. bestaunt.


Fazit: Das Tropenhaus ist kein Muss, aber zu den Randzeiten durchaus besuchenswert. Was mich aber deutlich stört, sind die Touristenmassen, die dort zu den Stoßzeiten durchgeschleust werden. Im Hinblick auf die Tiere fände ich eine Einlassbeschränkung höchst sinnvoll.

Innsbruck

Durch die Kürzung unserer Reise haben wir Innsbruck ausgelassen, das wir sonst ganz bequem per Bus von unserem Campingplatz in Volders aus erreicht hätten. Die Altstadt von Innsbruck hat mir damals bei meinem Kurzbesuch in 2012 sehr gut gefallen. Besonders toll fand ich, dass man von überall in der Stadt die Berge sieht.

Swarovski Kristallwelten

Die schillerndste und bekannteste Sehenswürdigkeit der Region Hall-Wattens sind sicherlich die Swarovski-Kristallwelten. Da ich mit Schmuck und Glitzer nichts anfangen kann, habe ich einen Besuch von vorne herein ausgeschlossen. Tja, selbst Schuld! Wenn ich die Berichte meiner Bloggerkollegen so lese, habe ich ordentlich was verpasst. Und meinen Kids (und mir selbst) habe ich einen Turm mit vier Etagen Kletterspaß vorenthalten. Nächstes Mal!
Herrliche visuelle Einblicke in die Swarovski Kristallwelten, die sogar mich Glitzermuffel zum Träumen einladen, findet ihr bei Patotra.

Bergbaumuseum und Stadtrundgang in Hall

Neben den Swarovski Kristallwelten hatte ich auch einen Besuch des Bergbaumuseum in Hall völlig ausgeschlossen, hielt ich Lotta doch noch zu klein dafür. Auch einen Stadtrundgang in der Altstadt von Hall hatte ich nicht als übermäßig kinderkompatibel eingestuft – ebenfalls eine Fehleinschätzung, wie dieser Bericht auf dem Jo Igele Reiseblog schön zeigt.

Saison-Tipp: Hall im Advent

Noch ein kleiner Jahreszeiten-Tipp: Zur Adventszeit muss ein Besuch von Hall besonders zauberhaft sein, bei der Reisebloggerin erfahrt ihr mehr dazu.

Anreise & praktische Tipps

Nicht vergessen: In Österreich gibt es eine Autobahn-Maut! Auch die Inntal-Autobahn ist mautpflichtig, entsprechend braucht man eine Maut-Plakette. Diese ist erhältlich für den Zeitraum von zehn Tagen, zwei Monaten oder einem Jahr (9,20 / 26,80 / 89,20 Euro, Stand 01/2019). Die Plaketten könnt ihr in den ADAC-Shops oder bei der Anfahrt an den grenznahen Autobahnraststätten erwerben. Seit 2018 gibt es auch eine digitale Plakette.

Auf der Hinfahrt haben wir an der deutsch/österreichischen Grenze auf der Gegenspur eine kilometerlange Autoschlange beobachtet, daher haben wir auf der Rückfahrt die Landstraße 181 aus dem Achental hinüber nach Bayern gewählt. Die Strecke ist landschaftlich schön und staufrei, außerdem bietet sich auf dieser Route noch ein gemütlicher Zwischenstopp am Tegernsee an.

Erfrischender Kurzstopp am Tegernsee

Erfrischender Kurzstopp am Tegernsee

Transparenzhinweis
Unser Aufenthalt in der Region Hall-Wattens wurde durch den Tourismusverband der Region unterstützt, der uns freundlicherweise zu dieser Recherchereise eingeladen hat. Ganz lieben Dank dafür! Meine Meinung bleibt von der Einladung unberührt. Alle Empfehlungen wie Kritikpunkte entsprechen meiner persönlichen Sichtweise.

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