Kaysersberg, Vogesen

Vielfältige Vogesen: Wintersport, Kultur & Schlemmerei

Nachdem ich letzten Sommer schon so begeistert von der Auvergne und den Cevennen war, habe ich mich riesig gefreut, mit den Vogesen noch ein weiteres französisches Mittelgebirge kennen zu lernen. Zu verdanken habe ich diese Reise Atout France, der Französischen Zentrale für Tourismus, die mir und fünf weiteren Bloggern den südlichen Teil des Vogesenmassivs unter dem Motto „winterliche Aktivitäten“ vorgestellt und für einen Folgebesuch schmackhaft gemacht haben.

Die Vogesen: Eine Entdeckungsreise mit 1000 Facetten

… so heißt es in der Broschüre von Atout France. Passt!
Das Vogesenmassiv misst eine Länge von 200 km sowie eine Breite von nur schmalen 4 bis zu maximal 60 km. Das Gebirge erstreckt sich über die französischen Regionen Lothringen, Elsass und Franche-Comté. Ob zu Fuß, auf dem Rad oder aus der Luft und egal zu welcher Jahreszeit, in den Vogesen gibt es viel zu entdecken. Neben 14 Gipfeln mit über 1.000 m Höhe (höchster Punkt ist mit 1.424 m der Grand Ballon) locken Täler, Wälder, Torfmoore, Seen und Wasserfälle sportliche und naturverbundene Besucher an. Die Region ist aber nicht nur reich an Natur, sondern hat auch für kulturell Interessierte, Architektur-Fans und Geschichtsliebhaber Einiges zu bieten: Majestätische Burgen, historische Altstädte, spannende Museen und Kriegsdenkmäler, die die bewegte Geschichte der Region lebendig werden lassen. Last but not least: Die Vogesen liegen in Frankreich, also versteht es sich von selbst, dass der Besucher mit Weinen und kulinarischen Gerichten verwöhnt wird.

Illuminierte Altstadt von Belfort

Illuminierte Altstadt von Belfort. Im Hintergrund erhebt sich die Zitadelle.

Unsere Stationen in den Vogesen

Von den 1000 Facetten lernten wir an unserem Wochenende 14 aus nächster Nähe kennen, viele weitere zudem aus interessanten Erzählungen. Unsere 14 Stationen habe ich der Übersicht halber in der nachfolgenden Karte für euch markiert.

Klickt auf die Pins für weitere Informationen.

Olympische Momente beim Laser-Biathlon

Gleich der erste Programmpunkt ließ mein Wintersportlerherz höher schlagen: Wir durften uns im Laser-Biathlon ausprobieren. Sehr cool! Nachdem ich vor drei Jahren beim Skilanglauf in Lappland bereits ordentlich versagt hatte, wollte ich dieses Mal das Geheimnis hinter der Gleittechnik ergründen. Nachdem wir mit dem nötigen Equipment ausgestattet wurden, ging es auch schon los. Einigermaßen unbeholfen folgten wir dem Skilehrer der École du ski français (ESF), kleinere Pannen und Unfälle natürlich inklusive. Langlaufskier sind tückisch: Sie sind lang, sie sind schmal, die lose Bindung ist ungewohnt, und selbst als einigermaßen erfahrene Abfahrtsskiläuferin fühlen sich diese Bretter wie Fremdkörper an. Nichtsdestotrotz haben wir uns alle mehr oder weniger elegant vorwärts bewegt bzw. gequält.

Langlaufski

Übung macht den Meister und es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Als nächstes erhielten wir von unserem Skilehrer eine Einweisung in das Schießen. Hinlegen, entsichern, zielen, abdrücken – hört sich ganz einfach an. War es auch tatsächlich! Mit sieben Schuss erzielte ich fünf Treffer, nicht schlecht für den Anfang. Der Skilehrer zügelte meinen Stolz und meine Freunde aber gleich wieder: „Wenn ihr nach dem Langlauf aus der Puste seid, klappt das Schießen schon nicht mehr so gut.“ Leider hatte er mehr als Recht. Wir liefen (oder besser: schleppten uns) eine kleine Runde durch den Winterwald, um danach erneut zu schießen. Peng, peng, peng, peng, peng – null Treffer. Das war ernüchternd. Auch bei der nächsten Runde schnitt ich keinen Deut besser ab, wieder musste ich fünf Strafrunden absolvieren. Eigentlich waren es eher Strafründchen, kurz, aber durch die engen Kurven auch unfallträchtig. Und eines kann ich euch sagen: Das Aufstehen mit diesen langen Latten an den Füßen ist gar nicht so leicht!

Schießtraining

Schießtraining, am Anfang noch ohne Skier an den Füßen.

Zum Abschluss wollte ich von unserem Skilehrer unbedingt noch den Trick erfahren, wie man sich richtig auf den Langlaufskiern fortbewegt. Skilanglauf sieht immer so leicht, elegant und entspannend aus, für mich jedenfalls fühlte es sich sehr verkrampft, unbeholfen und kräftezehrend an. Es musste also einen Trick geben, und den verriet mir unser Skilehrer. Ich sollte aus dem Stand auf den Skiern normal losgehen und meine Schritte immer länger werden lassen, so dass ich immer mehr in die Gleitbewegung hinein komme. Tadaa! Das klappt wirklich. Okay, nur für einige Meter, aber das ist doch schon mal ein Anfang. Wichtig ist vor allem, dass die Bewegungen gleichmäßig von Statten gehen und man nichts ins „Rudern“ gerät. Und das ist nun mal Übungssache.

Der Laser-Biathlon hat mir riesigen Spaß gemacht und ist definitiv wiederholungswürdig!
Mein Tipp für Nachmacher: Gruppen bis zu 8 Personen zahlen für 2 Stunden zwischen 115-127 Euro. Darüber hinaus bietet das Skigebiet am Ballon d’Alsace noch 10 Abfahren für Skifahrer und Snowboarder, 40 km Langlaufloipen sowie Schneeschuhwandern.

Belfort am Abend: Bummeln & Schlemmen

Der Freitagabend stand ganz im Zeichen des Genusses. Nach einer entspannenden Wellness-Dusche im 4-Sterne-Hotel Quality schlemmten wir köstlich und ausgiebig in dem urigen Restaurant Pot au Feu. Ich bin zwar absolut kein Fan von Foodporn & Co., aber ich bin dieses Mal über meinen Schatten gesprungen und habe einige Fotos geschossen.

Leider, leider blieb nur ganz wenig Zeit für eine kurze Besichtigung von Belfort. Die Altstadt war abends sehr stimmungsvoll illuminiert, nur zu gerne hätte ich mich fototechnisch länger dort ausgetobt. Aber mangels Stativ war das ohnehin so eine Sache mit der Langzeitbelichtung. Wie dem auch sei, Belfort bei Nacht hat mich schwer beeindruckt, weshalb ich die Stadt unbedingt bei Tag nochmals besuchen möchte. Gerne möchte ich zur Zitadelle hinaufsteigen, die ehrfürchtig über der Stadt thront. Der Ausblick auf Belfort soll von dort oben sehr lohnenswert sein. Zu den Füßen der Zitadelle liegt ein gigantischer Löwe, das Wahrzeichen von Belfort. Die Sandstein-Statue misst gewaltige 21,5 m x 10,7 m! Schöpfer des Löwen ist ein gewisser Herr Bartholdi, dem ich in den nächsten Tage noch häufiger begegnen sollte.

Zitadelle und Löwe von Belfort

Den Blick hinauf zur Zitadelle und zum Löwen von Belfort ist atemberaubend.


La Bresse: Wintersportgebiet in den Vogesen

Am Samstag fuhren wir über das Plateau de 1000 Etangs (dt. Plateau der 1000 Weiher) in die Wintersportregion La Bresse. Dank starken Nebels konnten wir allerdings von der Schönheit der Landschaft nicht viel sehen. Dumm gelaufen.

Suchbild: Rodelhang im Skigebiet La Bresse

Suchbild: Rodelhang im Skigebiet La Bresse

In La Bresse stand zunächst der Besuch von Wiidoo Gliss auf dem Plan, einem Wintersportpark für Familien. Wir Erwachsene waren nun wirklich nicht die unmittelbare Zielgruppe von Wiidoo Gliss, aber als Mutter einer kleinen Tochter bewertete ich die Anlage natürlich aus der Mami-Sicht 🙂 Und aus der Perspektive konnte Wiidoo Gliss eindeutig punkten. Der Wintersportpark bietet Rodelhänge, wo die Kids auf Schlitten oder im Reifen hinunter rutschen können, (Anfänger-)Skipisten und Schneeschuh-Trails. Die Kleinsten ab ca. 18 Monaten können sich auf einer Mini-Kletterlandschaft austoben oder auf „Rutschtieren“ Mini-Hügel hinunter rutschen. Lotta wäre sicherlich begeistert gewesen.

Kleinkindbereich im Wiidoo Gliss

Kleinkindbereich im Wiidoo Gliss

Auch wenn ich selbst nicht zur Hauptzielgruppe gehörte, so habe ich nicht ’nein‘ gesagt, als es ums Ausprobieren der Rodelbahn ging. Per Fließband ging es bequem den Hügel hinauf, im Reifen sitzend bzw. liegend rutschte ich in einer Art Mini-Bobbahn den Hügel wieder runter, wo ich von Gummimatten sanft abgebremst wurde. Da sich der Ring samt mir während der Rutschpartie gedreht hatte und ich somit die halbe Strecke rückwärts fuhr, war das Rodelerlebnis sogar ein klitzekleines bisschen aufregender als ich gedacht hatte. Die kleinen Besucher wussten den Rodelhang aber mehr zu würdigen als ich 😉

Rodeln im Reifen

Ein kleiner Junge saust jubelnd die Bahn hinunter.


Das Wiidoo Gliss ist ein netter Winterspaß für Familien mit Kindern.
Wie alle Freizeitparks ist das Vergnügen als Familie nicht ganz günstig: Eintritt, zwischendurch eine kleine Stärkung und ggf. noch Materialverleih (z.B. Skier und Schneeschuhe, das Rodelequipment ist inklusive) läppern sich einfach. Mal kann man sich einen Schneetag im Wiidoo Gliss aber durchaus gönnen.

Die nächste Aktivität versprach, um Einiges aufregender zu werden, daher stärkten wir uns vorher noch im Hôtel-Chalet „Le Collet“, einem wirklich urigen Hotel im Stile einer Schweizer Berghütte.

Adrenalinkick pur: Mit der Fantasticable bei 100 km/h ins Tal

Jetzt wurde es rasant! Wie die kleinen Kinder freuten wir uns auf die bevorstehende Fahrt mit der Seilrutsche „Fantasticable“ (fr. Tyrolienne). Mit über 100 km/h sollten wir bei einem Gefälle von ca. 10 % eine Strecke von 1.350 m hinunter ins Tal sausen. Das klang doch verheißungsvoll!

Werbeplakat des Abenteuerparks Bol d'air

Werbeplakat des Abenteuerparks Bol d’air mit seiner Fantasticable.

Bevor es los ging, wurde uns die Gretchenfrage gestellt: Wollt ihr in Bauchlage den Hang runter sausen, oder lieber etwas langsamer in sitzender Position? Was für eine Frage! Natürlich wollte ich in Bauchlage rutschen – wenn schon, denn schon. Ich wurde also in das „Bauchlagen-Geschirr“ gesteckt und mit Helm und Skibrille ausgestattet, bevor wir per Jeep hinauf zur Startrampe gebracht wurden. Der Blick ins Tal und auf die bevorstehende Rutschpartie war schon mal nett. Dann ging es auch schon los.

Startrampe der Seilrutsche

So sieht es aus, wenn man in den Seilen hängt 😉

Mein Geschirr wurde samt mir am Seil befestigt, und ich bekam eine Kurzeinweisung: Zuerst die Arme zur Stabilisierung ausbreiten, bei der Einfahrt in den Wald die Arme am Körper anlegen und kurz vor der Zielstation das Kinn auf die Brust legen, damit die Bremskraft nicht auf die Wirbelsäule schlägt. Das konnte ich mir so gerade merken. Passend zu unserem Abenteuer frischte der Wind ordentlich auf, und unter die Regentropfen mischten sich Schneeflocken. Bei der relativ kurzen Fahrtzeit von einer bis anderthalb Minuten sollte das kein großes Problem sein. Los ging`s!

Ein Mal wie ein Vogel fühlen...

Ein Mal wie ein Vogel fühlen…

Das Fluggefühl war irgendwie irre, obwohl alles einfach rasend schnell ging. Die Landschaft sauste unter und neben mir vorbei. Etwas mulmig war mir zumute, als mich eine Windböe ins Wanken brachte. Außerdem prasselten die Schneeflocken bei 100 km/h wie Hagelkörper in mein Gesicht. Ein extremes Gratis-Peeling sozusagen. Als die Zielplattform näher kam, zog ich den Kopf ein und wartete auf eine schroffe Bremsung, die jedoch überraschend sanft verlief. Ich rutschte einige Meter weiter bergan, bevor ich langsam zur Zielplattform zurück glitt, wo ich schließlich nass und glücklich von der Leine gepflückt wurde.

Ein besonderes Erlebnis für alle (großen und kleinen) Abenteurer!
Erwachsene zahlen 29 Euro für das Vergnügen, Kinder ab 6 Jahren dürfen für 26 Euro ihren Rutschspaß haben. Finde ich fair.
Das Bol d’air bietet aber noch viiiiel mehr, und zwar das ganze Jahr: Vom Hochseilklettergarten über waghalsige Sprünge bis hin zu außergewöhnlichen Unterkünften wie beispielsweise urige Holzbaumhütten. Da möchte ich unheimlich gerne mal übernachten!

Weinverkostung mal anders: Schokolade zum Wein

Im Maison Marcel Freiburger waren wir zu einer Weinprobe der anderen Art eingeladen. Statt dem sonst üblichen Käse wurden zu den Weinen Schokoladen aus aller Herren Länder gereicht. Im Zusammenspiel entstand ein ganz neues Geschmackserlebnis, das bestätigten mir zumindest die anderen Teilnehmer. Als absoluter Nicht-Weinkenner (ich komme aus dem Ruhrpott und da trinkt man nun mal Bier) wäre meine Meinung ohnehin nicht aussagekräftig gewesen, also hielt ich mich an den Part, den ich kann, die Schokolade 😉


Schokolade zum Wein

Schokolade mit Salz, Schoki mit Zimt, dunkle Schokolade…
[Foto: Fabienne Fessler, Haute-Alsace Tourisme]

Kaysersberg. Schnuckelige Altstadt zum Verlieben

Und die Schlemmerei ging weiter! In Kaysersberg dinierten wir im sehr modernen Restaurant La Vieille Forge, wo die klassischen Gerichte der Region neu und modern interpretiert werden. Ein echter Gaumenschmaus! Ich als normalerweise Nicht-Gourmet habe übrigens eine persönliche Heldentat vollbracht: Ich habe Schnecken gegessen! Echt. Mich hat im ersten Moment keine der drei zur Auswahl stehenden Vorspeisen angelächelt, also dachte ich mir: ‚Flucht nach vorne, ich nehme escargots.‘ Was soll ich sagen? Die Tierchen schmecken gar nicht schlecht, wenn man erst mal über seinen Schatten gesprungen ist. Bei der ersten Schnecke hatte ich noch ein mulmiges Gefühl, aber von Schnecke zu Schnecke wich das, und ich konnte die französische Delikatesse wirklich genießen.

Schnecken mit Gemüse an Knoblauchschaum - lecker!

Schnecken mit Gemüse an Knoblauchschaum – lecker!


Für Kaysersberg selbst bliebt wieder keine große Zeit, aber immerhin habe ich morgens vor dem Frühstück noch eine schnelle Runde durch das hübsche Altstädtchen gedreht. Mein Fotografenherz hat dabei Kapriolen geschlagen. Nostalgische Fachwerkhäuser, ein rauschender Fluss, eine Burgruine über der Altstadt und in jeder Gasse kleine Details, die fotografiert werden wollten. Kaysersberg steht damit ganz oben auf meiner Liste der Orte, die ich in den Vogesen noch mal mit mehr Zeit im Rücken (und mit Stativ und Graufilter im Gepäck) besuchen möchte.

Kaysersberg

Märchenkulisse!


Kunst & Kultur in Colmar

Huch, waren wir irgendwo falsch abgebogen? Bei der Anfahrt nach Colmar passierten wir plötzlich keine Geringere als die Freiheitsstatue.

Der Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi – richtig, das ist der, der schon den Löwen von Belfort geschaffen hat – stammt gebürtig aus Colmar. Und Bartholdi hat eben auch die Freiheitsstatue entworfen, für die wiederum der uns allen bekannte Ingenieur Gustave Eiffel ein kompliziertes Trägersystem gebaut hat.

In Colmar besuchten wir das nach Erweiterung gerade wieder eröffnete Unterlinden Museum. Ich muss zugeben, dass ich kein ausgeprägter Museumsfan bin, so gar nicht. Oft bin ich zu faul und bequem, mir die Erklärungstafeln durchzulesen, und der oberflächliche Blick auf ein Kunstwerk allein erzeugt bei mir nicht gerade ein tiefes Verständnis für das Werk. Wenn mir aber jemand etwas zur Kunst erzählt, und das auch noch so interessant und erfrischend wie unser Guide im Unterlinden Museum, dann entdecke sogar ich Banause einen Funken Kunstinteresse in mir.

Ich sollte mir häufiger einen Guide nehmen.

Memo an mich selbst: Ich sollte mir häufiger einen Guide nehmen.

Das Hauptaugenmerk unserer Führung lag natürlich auf dem weltberühmten Isenheimer Altar – ein echtes Meisterwerk! Der Wandelaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert ist dreifach ausklappbar und zeigt Gemälde von der Kreuzigung Christi, Auferstehung und Verkündung, der Menschwerdung sowie den Versuchungen des Heiligen Antonius und dessen Begegnung mit Paulus Eremita. Je nach Stand des Kirchenjahres wurde der Altar und damit die passenden Gemälde aufgeklappt. Im Innersten des Altars befinden sich Holzskulpturen.

Das Museum selbst ist ebenfalls ein Meisterwerk, und zwar aus Architekturgesichtspunkten. Ein Teil des Museums befindet sich seit eh und je in einem ehemaligen Dominikanerinnen-Kloster aus dem frühen 13. Jahrhundert. Das Kloster hieß übrigens „Unter den Linden“, daher auch der Name des Museums. Von 2012 – 2015 wurde das Museum für sage und schreibe 44 Millionen Euro aufwändig erweitertet und umgestaltet. Dabei wurde die gegenüber liegende ehemalige Badeanstalt um- und ausgebaut, so dass ein zweiter, von der Form her spiegelbildlicher Gebäudekomplex entstand. Dazwischen wurde ein ehemals unterirdischer Kanal wieder an die Oberfläche verlegt, der nun den neuen, urbanen Platz durchfließt, wo sich zuvor noch ein Busbahnhof sowie ein Parkplatz befanden. Die beiden Museumskomplexe sind unterirdisch miteinander verbunden. Auch wenn ich mit Kunst manchmal so meine Schwierigkeiten habe, Architektur bewundere und liebe ich. Daher empfehle ich das Museum neben allen Kunstfreunden auch allen Architekturfans.

Unterlinden Museum

Der alte Teil des Unterlinden Museums, das ehemalige Kloster.


Nach dem Kulturprogramm schlenderten wir noch gemeinsam durch Colmar. Dass ein Besuch der Altstadt, vor allem mit mehr Zeit im Rücken, unbedingt lohnt, verraten euch meine kurzen Einblicke:

Fachwerkhäuser in Colmar

Fachwerkhäuser in Colmar


Zum Abschluss der Reise schlemmten wir nochmals ausgiebig, dieses Mal im Restaurant Meistermann in Colmar. Als kleinen Gruß aus der Küche bekamen wir einen herrlich leckeren Elsässer Flammkuchen serviert. Als Hauptspeise gönnte ich mir den Hirsch, wobei auch das Sauerkraut meines Sitznachbarn Jay unverschämt gut roch. Man kann nicht alles haben, und überhaupt: Gegessen hatte ich in den vergangenen drei Tagen ohnehin so viel und so gut wie nie zuvor. Leben wie Gott in Frankreich heißt es doch, und die französische Küche trägt sicherlich einen großen Teil dazu bei.

Meine Vogesen-Bucketlist fürs nächste Mal

Dass ich wiederkommen muss, steht ganz klar fest. Zum einen möchte ich mir gerne mehr Zeit für die wunderschönen Altstädte nehmen, selbstverständlich mit voller Fotoausrüstung bewaffnet. Außerdem möchte ich unheimlich gerne in der herrlichen Natur der Vogesen wandern gehen. Da mich die bewegte Geschichte der Region sehr interessiert, möchte ich einige geschichtsträchtige Orte wie zum Beispiel die 957 m hohe Bergkuppe Hartmannswillerkopf besuchen, wo 30.000 deutsche und französische Soldaten im 1. Weltkrieg gefallen sind. Noch heute sollen die Kriegsspuren dort deutlich sichtbar sein: Ein gut erhaltenes System von ca. 6.000 Stollen und Unterständen sowie 90 km Schützengräben, Drahtverhaue und Granattrichter verdeutlichen die Sinnlosigkeit dieses verbitterten Stellungskriegs. Geschichte, vor allem die Ausmaße eines Krieges, begreife ich erst, wenn ich mich an einem solchen Ort des Geschehens befinde, ansonsten ist und bleibt Geschichte sehr graue Theorie. Last but noch least möchte ich gerne die ehemalige Militärstraße und heutige Ausflugsroute Route des Crêtes (Gipfelstraße oder Vogesenkammstraße) entlang fahren. Die 77 km lange Strecke durchquert auf einer Höhe von 950 bis 1.343 m den Naturpark Ballons des Vosges.

Winter in den Vogesen – lohnt das?

Niemals hatte ich bislang die Vogesen auf dem Schirm, wenn ich an Winterurlaub gedacht habe. Das muss ich hiermit revidieren! Ich denke sogar, dass die Vogesen eine echte Alternative zum klassischen Alpen-Urlaub sind, zumindest für den ersten Familien-Winterurlaub oder Ski-Anfänger. Warum? Die Vogesen sind näher als die Alpen, preisgünstiger, durch die höheren Lagen Schnee sicherer als der Harz oder das Sauerland, und die Pisten sind für Familien und Anfänger allemal ausreichend. Sollte Frau Holle trotzdem mal streiken, bieten die Vogesen reichlich Ausweichprogramm: Altstädte, Burgen, Museen und natürlich gutes Essen. Den Hauptteil der Wintersportler in den Vogesen machen zwar die Einheimischen aus, aber auch Belgier und Holländer finden den Weg in das französische Gebirgsmassiv. Deutsche Urlauber sind vornehmlich zu den drei anderen Jahreszeiten dort anzutreffen, aber das kann ja noch ein zusätzlicher Pluspunkt für die Vogesen im Winter sein 😉

Winterlandschaft am Ballon d'Alsace

Winterlandschaft am Ballon d’Alsace: Auch der Nebel hat etwas für sich.

Erlebnisberichte meiner Blogger-Kollegen

Reiseeindrücke sind ja sehr individuell, von daher schaut gerne auch bei meinen Blogger-Kollegen vorbei und lest, was sie über die Vogesen-Reise berichten:

Blogger in Colmar

Blogger in Colmar [Foto: Fabienne Fessler, Haute-Alsace Tourisme]
v.l.: Nicole, Guide, Romy, Corinna, Jay, André und Oliver (Atout France)

Danke für die Einladung!
Ein dickes Dankeschön an Atout France für die Einladung zu dieser tollen (und meiner ersten) Blogger-Reise!

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