Ich packe meinen Koffer...

Ich packe meinen Koffer… 7 Tipps von 3 Familienreisebloggern

Die Zeit rennt! In dreieinhalb Wochen beginnt bereits Jans zweimonatige Elternzeit, die wir nutzen wollen, um gemeinsam auf unsere bisher längste Reise zu gehen. Ich freue mich tierisch, werde aber auch so langsam etwas nervös. So Einiges will noch organisiert werden: Kinderreisepass für Lotta beantragen, Versicherungsschutz prüfen/erweitern, einen netten Mensch finden, der sich um unsere Wohnung samt Pflanzen kümmert. Außerdem befinde ich mich im absoluten Shopping-Wahn. Unser Camper ist fast noch nackt und wünscht sich sehnlichst eine passende Camping-Ausrüstung. Das schwierigste Thema ist jedoch das Reisegepäck für Lotta. Was brauchen wir? Was ist völlig überflüssig? Was passt überhaupt rein in den Camper? Immerhin reisen wir mit einem kleinen Ford-Nugget und nicht mit einem riesigen Straßenschlachtschiff.

Reisen mit Kind: Erfahrungen von 3 Familienreisebloggern

Kurz bevor ich völlig in meinem Planungschaos untergegangen bin, kam mir die rettende Idee: Frag doch einfach Leute, die sich mit dem Reisen mit Kind und Kegel auskennen! Gesagt, getan. Susi von kidsontheroad, Verena von travelfamily sowie Susanne und Daniela von Outdoor-Zwerge waren so nett, meine Fragen zu beantworten. Voilà!

1. Tragehilfe: Babytrage oder Kraxe?

Lotta in der Emeibaby-Trage

Lotta in der Emeibaby-Trage

Wir besitzen eine Emeibaby-Trage und sind damit im Alltag sehr zufrieden. Reicht die auch für unsere Wanderungen? Oder ist es, vor allem im Gebirge, besser und/oder sicherer, eine Kraxe zu verwenden? Wenn ja, welche könnt ihr empfehlen?

Susi von kidsontheroad:
„Für uns hat eine Trage immer gereicht. Ob ihr extra eine Kraxe anschafft, hängt von euren geplanten Touren ab. Ich persönlich würde bei einem so kleinen Kind darauf verzichten, zumal die Trage ein so viel leichteres und kleineres Gepäckstück ist.“

Verena von travelfamily:
„Während unserer Reise 2014 waren wir mit unserer Vaude Kraxe unterwegs. Wir haben diese vor allem bei Strandspaziergängen und im Supermarkt benutzt. Da wir keine großen Wandertouren unternehmen, hat sich diese Trage für uns nicht gerechnet. Ich bin mir sicher, ein Kinderwagen und unser Bollerwagen wären ausreichend gewesen.
Für unsere momentane Langzeitreise haben wir uns für die ‚ergobaby‘-Trage entschieden, obwohl unser Jüngster schon 2 1/2 Jahre alt ist. Das Tragegefühl empfinden wir als sicher. Kein ständiges hin und her schaukeln, wie es mit der Kraxe war. Wir sagen: DAUMEN HOCH FÜR UNSEREN ‚ERGOBABY‘!“

Susanne und Daniela von Outdoor-Zwerge:

Kraxe

Pause von der Kraxe © Outdoor-Zwerge

„Unsere Mädels sind bereits 3 Jahre alt. Die ersten Lebensmonate – solange sie noch nicht sitzen konnten – hatten wir die Kids immer im ‚Marsupi‘ dabei. Damit waren wir super zufrieden. Später sind wir dann auf die Kraxn umgestiegen. Seit über zwei Jahren benutzen wir nun die ‚Vaude Jolly Comfort‘ und wir müssen sagen, dass sich die Investition in eine Kraxn bereits bezahlt gemacht hat. Wer allerdings nur ab und zu in den Bergen unterwegs ist, dem empfehlen wir eine gebrauchte Kraxn zu kaufen.“

2. Buggy gesucht: Klein und mit Features, bitte!

Neben einer Tragehilfe wollen wir zusätzlich einen Buggy mitnehmen, z.B. für Städtebummel und Restaurant-Besuche. Der Buggy muss natürlich Nugget-tauglich sein, also möglichst klein faltbar sein. Trotzdem sollte die Lehne verstellbar sein, damit Lotta bequem ein Nickerchen machen kann. Habt ihr eine spezielle Empfehlung?

Susi von kidsontheroad:
„Wir haben einen superleichten, faltbaren Reisebuggy von Chico, der nach monatelangen Touren durch Südostasien und Südafrika immer noch im Einsatz ist. Einen Tragegriff finde ich zudem noch sehr praktisch.“

Verena von travelfamily:
„Wir haben den Buggy ‚Valco Baby Snap 4‘! Er dient uns für Spaziergänge an geteerten Wegen oder in Einkaufszentren. Da das Platzangebot im Kofferraum auch sehr beschränkt ist, haben wir besonders darauf geachtet, dass er sehr klein zusammenklappbar ist (L 70cm x B 50cm x T 35cm). Außerdem hat er ein extra langes Sonnendach, das ich äußerst praktisch finde. Der ganze Oberkörper ist komplett im Schatten. Die Liegefläche lässt sich bis zur Schlafposition einstellen. Das war uns sehr wichtig! Diesen Einkauf haben wir bis heute nicht bereut!“

3. „Raubtierfütterung“: Tipps & Tricks

Bei einer kurzen Reise kann man bei den Mahlzeiten sicherlich gut improvisieren, bei einer solch langen Tour wünsche ich mir aber durchaus etwas Komfort bei den gemeinsamen Mahlzeiten. Wie macht ihr das? Habt ihr einen Campinghochstuhl dabei oder füttert ihr die Kleinen auf dem Boden sitzend, im Buggy oder auf eurem Schoß? Und wie sieht es mit der Qualität der Gläschen in Frankreich und Spanien aus? Kann ich Gemüse, Brei & Co. dort bedenkenlos kaufen oder gibt es Dinge, auf die ich achten sollte?

Maxi im Babymoov

Maxi sitzt sicher im Reisestuhl ‚Babymoov‘. – © travelfamily

Verena von travelfamily:
„2014 haben wir den Reisestuhl ‚Babymoov‘ benutzt. Maxi war damals 14 Monate alt und es war die für uns beste Lösung zu diesem Zeitpunkt. Einfach auf die Bank stellen, Tisch einhängen, fertig.“

Susi von kidsontheroad:
„Gläschen bekommt ihr mit Sicherheit überall, das war bei uns selbst in Asien und Südafrika kein Problem. Die Sorten können natürlich anders sein. Wenn die Kleine sehr wählerisch ist, könnt ihr ja einen Vorrat ihrer Lieblingssorten mitnehmen, zumal ihr mit dem Camper reist. Ein Campinghochstuhl ist sicher keine schlechte Idee bei einer solchen Tour, falls ihr viel selbst kocht. In den Restaurants in Europa gibt es ja meist Kinderstühle, und zur Not tut der Buggy ja auch.“

Susanne und Daniela von Outdoor-Zwerge:
„Die ‚Raubtierfütterung‘ handhaben wir ganz unspektakulär. Auf dem Schoß oder auf einer Decke – wie sich die Situation gerade ergibt. Auch die Gläschen Situation war bei uns mehr als entspannt, da wir meist mit dem Camper unterwegs sind, haben wir genügend Stauraum, um genügend Gläschen mitzunehmen. Zudem haben unsere Mädels sehr früh angefangen normal bei uns mitzuessen – natürlich püriert :-).“

4. Sonne, Hitze und UV-Schutz

Klar, eigentlich sollen die Kleinsten gar nicht in die Sonne, aber das ist in der Praxis schwerlich realisierbar. Wie schützt ihr eure Kids vor der Sonne? Wie lange setzt ihr sie maximal der Sonne aus, z.B. beim Schwimmen? Und wie kleidet ihr eure Kleinen, wenn es so richtig heiß ist? Habt ihr Empfehlungen für unverzichtbare Kleidungsstücke?

Susanne und Daniela von Outdoor-Zwerge:

Badespaß

Lea und Marie beim Plantschen © Outdoor-Zwerge

„Das Thema UV-Schutz liegt uns wirklich sehr am Herzen. Unsere Kids tragen hauptsächlich Strandkleidung von Hyphen oder anderen Marken. Ein hoher UV-Schutz in der Kleidung ist uns sehr wichtig. Zudem versuchen wir natürlich die Kids nie zu lange der Sonne auszusetzen. Wir haben auch einen Artikel darüber geschrieben.“

Verena von travelfamily:
„Wir benutzen Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50, weil wir alle eine sehr helle Haut haben. Damit haben wir die besten Erfahrungen gemacht. Spezielle Badeshirts oder Sonnenschutzkleidung haben wir nicht. Bislang blieben wir vor einem Sonnenbrand verschont, selbst wenn wir während der Mittagszeit im Wasser waren.“

UV-Anzug

Der UV-Anzug schützt an Sonnentagen. © kidsontheroad

Susi von kidsontheroad:
„Einen zweiteiligen UV-Anzug (von Playshoes gibt es eine gute Auswahl) haben wir immer im Gepäck und Unmassen Sonnenhüte, weil man die so oft verliert. Hüte am besten immer mit Bändchen, damit die Kleine sie nicht so leicht herunterreißen kann. Für euch würde sich auch die Anschaffung eines kleinen UV-Zelts lohnen, da Lotta ja noch nicht so extrem mobil ist und da drin auch mal spielen kann. Achtet aber darauf, dass es gut belüftbar ist, sonst wird es darin zu heiß.“

5. Wenn das Wetter mal umschlägt…

Sicherlich werden wir bei Regen oder akuter Regengefahr keine Wanderungen mit Lotta starten. Brauchen wir trotzdem eine Regen- und/oder Windjacke für die Kurze?

Susi von kidsontheroad:
„Ihr braucht vor allem einen guten Regenschutz für den Buggy. Da die Kleine noch nicht läuft, könnt ihr auf die Regenjacke wohl verzichten.“

Susanne und Daniela von Outdoor-Zwerge:
„Also eine Kombi-Regen/Windjacke ist immer im Gepäck dabei! Hier können wir die Marken Vaude und Bergans empfehlen.“

Fleeceanzug für kühleres Wetter

Fleeceanzug für kühle Tage © travelfamily

Verena von travelfamily:
„Wir haben für alle eine Fleecejacke, Softshelljacke und eine Regenjacke mit dabei. Da wir ja für unbestimmte Zeit unterwegs sind und auch alle Jahreszeiten durchleben werden, ist unser Wohnwagen bis in den letzten Winkel mit Kleidung gefüllt. Am besten bewährt haben sich bei unseren 3 Rackern die Marken Jack Wolfskin und Vaude.“

6. Bssss – Autsch! Was tun gegen Mücken?

Wie sieht es mit dem Schutz vor Insekten aus? Wie gefährlich sind Mückenstiche für die Kleinsten? Welchen Mückenschutz und welche Mückenstichmedis verwendet ihr? Sind Mückengitter für unseren Camper wohl sinnvoll oder sind die einfach nur unpraktisch beim ständigen Rein- und Rausgehen?

Susi von kidsontheroad:
„Ich würde erst mal abwarten, ob sie viel gestochen wird und nur im Notfall Mückenschutz einsetzen. Mückengitter für den Camper sind sicher sinnvoll, dann schlaft ihr besser. Ansonsten würde ich vor allem schauen, dass ihr viele lange, aber sehr leichte Kleidungsstücke für Lotta einpackt, das ist immer noch der beste Schutz für abends oder wenn es tags nicht ganz so heiß ist. Das Gefährlichste an Mückenstichen in Europa ist wohl das Aufkratzen und die damit verbundene Entzündungsgefahr. Daher gehe ich nie ohne Desinfektionsspray irgendwo hin (sollte man sowieso nicht).“

Susanne und Daniela von Outdoor-Zwerge:
„Ehrlich gesagt verwenden wir aufgrund einer Hauterkrankung einer unserer Mädels keine vorbeugenden Cremes. Klar, wenn ein Mückenstich da ist, kommen auch bei uns Fenistil oder Zwiebeln zum Einsatz. Mückengitter sind bei uns Pflicht!! Aber du hast recht, das ständige Rein- und Rausgehen damit ist schon nervig und unpraktisch.“

Verena von travelfamily:
„Mückenschutz tragen wir zur Vorbeugung nicht auf. Sollte dennoch jemand gestochen werden, haben wir ein „Sofort Hilfe Spray“ aus Deutschland dabei, um den Juckreiz zu lindern (gibt es in der Apotheke).

Lamellenvorhang als Insektenschutz

Lamellenvorhang als Insektenschutz © travelfamily

An unseren Wohnwagenfenstern haben wir Fliegenschutzgitter und an der Türe einen Lamellenvorhang angebracht. Dieser ist optisch zwar nicht sehr ansprechend, hält aber tatsächlich die Insekten fern. Die Kinder und unser Mops Theo können leicht rein und raus gehen, ohne eine lästige Türe auf- und zuschieben zu müssen.“

7. Welche weiteren Tipps habt ihr noch für uns auf Lager?

Susanne und Daniela von Outdoor-Zwerge:
„Mmh, dafür ist deine Tochter wohl noch zu klein, aber hier noch die Lieblings-Outdoor Spiele unserer Outdoor-Zwerge. Und hier noch ein paar Tipps zum Thema Camping.“

Verena von travelfamily:
„Empfehlen kann ich euch den Fleeceanzug von Jaco-o. Er ist kuschelig warm und hält den Sand von der Kleidung fern. Dieser war bei uns im Dauereinsatz. Auch unser Bollerwagen hat schon viele Kilometer hinter sich. Egal ob wir mit ihm zum Strand gehen oder zum Einkaufen, er ist fast immer mit dabei.“

Susi von kidsontheroad:
„Genießt eure Reisen!! Im Nachhinein fanden wir es mit Baby soviel unkomplizierter als mit Kleinkindern, auch wenn es uns damals natürlich nicht so vorkam. Lotta ist in einem tollen Reisealter, weil sie im Buggy sitzen, aber noch nicht weglaufen kann. Bald wird es etwas anstrengender, daher macht ihr es goldrichtig mit eurer Tour. Manchmal werdet ihr gestresst sein, aber nachher zehrt ihr jahrelang von den gemeinsamen Erlebnissen und erinnert euch nur an das Schöne. Wir wünschen euch ganz viel Spaß!“

Reisen mit Kind: Elternzeit in Südostasien

Elternzeit in Südostasien © kidsontheroad

Das sind doch mal schöne Abschlussworte – danke!

Vielen Dank an die drei Profis für ihre Antworten. Es ist spannend, die unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen. Nun muss ich „nur noch“ für uns ein Fazit daraus ziehen und noch etwas shoppen. Kurz vor unserer Abreise werde ich euch unser finales Reiseequipment präsentieren. Beim Packen für Lotta werde ich mich übrigens an Susis Packliste für Babies und Kleinkinder orientieren – sehr hilfreich!

Das Reisefieber steigt, ich freue mich schon riesig!

Liebe Leser, ihr habt auch noch wertvolle Tipps für unsere Tour? Immer gerne her damit! Ich freue mich über eure Kommentare.

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