Elternzeitreise 2.0: We are on the road again!

Elternzeitreise 2.0: We are on the road again!

Dank Leni können wir ein zweites Mal Urlaub auf Staatskosten machen: Nach unser Tour aus 2015 verprassen wir erneut hemmungslos unser Elterngeld zum Reisen. Sorry, den Seitenhieb auf den gnadenlos schlechten Artikel Elterngeld ist kein staatlich gesponsertes Urlaubsgeld konnte ich mir nicht verkneifen 😉

Reisen im Campervan: Familienleben auf engstem Raum

Wir werden jedenfalls wieder verreisen. Wieder im Camper. Dieses Mal zu viert. Uff! Das wird eine logistische Herausforderung werden. Für Nicht-Camper und Nicht-Eltern mal kurz angerissen: Wir werden gute sieben Wochen in unserem Ford Nugget auf weniger als 5 Metern Länge und 2 Metern Breite sowie 2,80 Metern Höhe hausen. Unsere Kleidung samt (Wander-)Schuhen, Handtücher und Hygieneartikel, sämtliche Küchenutensilien, Essens- und Getränkevorräte, Pampers und Babygläschen, sowie Kraxe, Babytrage und Tagesrucksack müssen in fünf Schränkchen und zwei Staufächern untergebracht werden. Mit an Bord befinden sich außerdem ein Ungetüm von Kindersitz für die Große, die Babyschale für die Kleine sowie ein Faltbuggy – Gegenstände, die immer hin und her geräumt werden müssen, wenn wir die Rückbank zum Bett umklappen, drinnen essen oder „nur mal eben“ an das Staufach unter der Sitzbank gelangen möchten. Camper-Tetris vom Feinsten!

Camping – die perfekte Reiseart (besonders für Familien)

Wer sich jetzt denkt, dass das ganz schön anstrengend klingt, hat nicht so ganz Unrecht. Anstrengend ist Camping mit Baby und Kleinkind, aber andere Urlaubsformen mit kleinen Kindern sind auch nicht nur erholsam. Trotz aller logistischen Herausforderungen und Komforteinbußen ist Camping für mich die beste Reiseform – ganz allgemein, nicht nur als Familie. Camping bedeutet für mich Freiheit. Ich kann bleiben, wo es mir gefällt, und weiterfahren, wenn mir ein Ort oder auch einfach das Wetter nicht passt. Ich bin selbstbestimmt(er), kann meinen Tag nach meinen Wünschen gestalten bzw. auf die Bedürfnisse meiner beiden Mädels ausrichten. Camping macht einen Roadtrip einfacher, denn wir können tagsüber nach Herzenslust etwas unternehmen, immer mit dem guten Gefühl, unser Bett für die Nacht dabei zu haben. Camping bedeutet, noch mehr Zeit draußen zu verbringen, etwas, was ich speziell für Kinder als unheimlich schön empfinde. Und Camping heißt schlussendlich auch, dass wir es uns leisten können, eine solch lange Tour zu unternehmen. Zum Vergleich: Ich kalkuliere für diese knapp zwei Monate Elternzeitreise (Sprit, Maut, Vignette, Camping, Unternehmungen) mit nicht groß höheren Kosten als für unsere zweiwöchige Azoren-Reise (Flug, Ferienwohnung, Mietwagen, Ausflüge).

Unsere geplante Reiseroute

Ich hätte mir so viele Routen vorstellen können: Dänemark/Schweden/Norwegen, Schottland/Wales, Bretagne, die Alpen mit Südfrankreich/Norditalien oder gar das Baltikum. Trotz meines Nordwehs hat letztlich das beständigere Wetter in Südeuropa uns die Himmelsrichtung vorgegeben. Mit Baby und Kleinkind bei mehrtägigem Regen im Ford Nugget gefangen zu sein, bäh!, grausige Vorstellung.
Da uns bei unserer ersten Elternzeitreise unser Durchreiseland Frankreich überraschend gut gefallen, wollen wir dieses Mal direkt dort umher reisen. Wir werden über die Schweiz fahren, wo wir uns den Rheinfall, Zürich und Luzern ansehen, eine Klammwanderung unternehmen und ggf. noch einen Blick auf das Matterhorn werfen wollen. Anschließend wechseln wir hinüber in die französischen Alpen, weiter durch die Verdon-Schlucht hin zur Côte d’Azur, in die Camargue und durch die unterschiedlichen Landschaften der Provence. Soweit die grobe Planung. Das Feintuning erfolgt unterwegs mit Hilfe des ADAC Reiseführer Schweiz* sowie den beiden Bänden des Michael Müller Verlags Provence & Côte d’Azur* und Haute-Provence: Hautes Alpes*. Nachdem das Wandern mit Lotta und Leni auf den Azoren so gut geklappt hat, haben wir uns auch für Frankreich vorgenommen, einige Touren zu gehen. Von den 40 Wanderrouten des Bands Provence mit Kindern* vom Naturzeit Reiseverlag wird sicherlich etwas für uns dabei sein.
[Danke an den Michael Müller Verlag und den Naturzeit Reiseverlag für die freundliche Überlassung der Reiseführer!!]

Pimp my camper: Etwas mehr Reisekomfort, bitte!

In den letzten Tagen haben wir fieberhaft unseren Camper auf den großen Roadtrip vorbereitet: TÜV, Gasprüfung und Sommerschühchen hat er bekommen. Ich bastele nun noch an der Innenausstattung und unserer Packliste, damit wir beim Camper-Tetris einen neuen Highscore erzielen.

  • Um innen mehr Bewegungsfreiheit zu schaffen, nehmen wir unsere Popup Strandmuschel* mit, in der die Autositze & Co. ausgelagert werden können. Tagsüber kann sie auch als schattiges Spielzelt für unsere Mädels dienen.
  • Da die Schränke im Camper nicht für sämtliches Equipment reichen, haben wir uns alternative Stauräume geschaffen. Die Kleidung der Mädels wird in jeweils eine 30 l Sporttasche* gepackt, so dass die kleinen Teile gut sortiert sind und die Tasche einfach und flexibel überall hin mitgenommen werden kann (zum Baden, draußen wickeln etc.).
  • Im Innenraum des Campers habe ich überall, wo es möglich und sinnvoll war, kleine Netztaschen* oder Jutebeutel angeklettet, in denen wir Kleinzeug griffbereit und sortiert unter bringen können, z.B. Sonnenhüte, Socken, Kinderspielzeug. Für mein Brillenetui und die Kontaktlinsendose habe ich mir sogar extra einen Organizer zusammengeschustert.

Staumöglichkeiten im Ford Nugget

Die Staumöglichkeiten im kleinen Goldstücken sind begrenzt. Da ist Kreativität gefragt!


  • Um dem Chaos in der tiefen Kühlbox ohne Unterteilung Herr zu werden, bin ich über einen genialen Tipp gestolpert. Ich habe zwei Multifunktionsboxen von Lock & Lock* in den Größen 10 l und 6 l gekauft, die aufeinander gestapelt exakt in die Kühlbox passen. Daneben haben dann noch Flaschen oder Tetrapacks Platz. Mit dem Klappgriff können die Boxen ganz einfach aus der Kühle geholt werden – eine praktische und saubere Lösung.

Lock & Lock Multifunktionsboxen 6 l und 10 l

Hygienisch und gut sortiert: Unser Kühlschrankinhalt wird in zwei Multifunktionsboxen von Lock & Lock verstaut.


Passgenaue Lösung!

Passgenaue Lösung! Praktischer und sogar noch günstiger als der original Westfalia-Einhängekorb.

  • Die Matratze im Hochbett ist in vier Einzelteile unterteilt. Da es tierisch genervt hat, bei Nichtsitzhöhe immer wieder das große Bettlaken auf die Liegefläche zu fummeln, hat Jan ein 4er-Set Spannbettlaken in Kindergröße 140 x 70* gekauft. Eine Erleichterung!
Lotta im Hochbett

Lotta liegt schon mal Probe – mit Tiger und Mable natürlich.

  • Zuletzt habe ich uns noch ein Faltsieb* geleistet, schließlich sind Nudeln in jeglicher Form auf Reisen unser Hauptnahrungsmittel – ganz zur Freude unserer Großen.

Packliste: Weniger ist mehr

Keine Sorge, ich nerve euch jetzt nicht mit der Anzahl meiner Socken und Unterhosen, stattdessen beschränke ich mich auf unsere Pack-Maximen und (größere) Gegenstände, die uns wichtig sind – insbesondere beim Reisen mit Kindern.

  • Wir nehmen wenig und vor allem vorwiegend schnell(er) trocknende Outdoor- oder Baumwollkleidung mit, die wir auf dem Campingplatz zwischendurch waschen. Bei den kleinen Kindersachen kommt auch schon mal ein Body mehr mit, das macht den Kohl nicht fett.
  • Für die Kids nehmen wir unseren faltbaren Klappbuggy, eine Kraxe* und eine Babytrage* mit. Buggy? Ja, ständig möchte ich ein Kind mit Muskelhypothonie einfach nicht tragen. Außerdem ist der Buggy zum Füttern ideal, solange Leni noch nicht selbständig sitzen kann. Für Lotta nehmen wir übrigens wieder unseren lieb gewonnenen Babymoov Sitz* mit, damit sie ordentlich mit uns am Tisch sitzen kann.
  • Tisch und Stühle – da überlegen wir dieses Mal arg, ob wir die Campingmöbel mitnehmen. Zwei Monate ohne Tisch und Stühle sind echt blöd, andererseits ist das Verstauen hinter der Sitzbank/unter der Spüle echt nervig. Vielleicht gibt es auf den Campingplätzen ja auch öfters Sitzgruppen, die wir zum Essen anvisieren können.
  • Als Lotta noch ein Baby war, haben wir kaum Spielzeug für sie mitgenommen. Muscheln, Steine & Co. haben ausgereicht. Mittlerweile müssen ihre beiden Lieblingskuscheltiere zwingend mit. Ebenso ihre geliebten Eisförmchen, Eimer, Schaufel und eine Armee von Pixi-Büchern. Ihr absoluter Favorit ist aktuell ihr Laufrad, bei dem wir schwer überlegen, ob und wo wir das gegebenenfalls unterbringen können. Für Leni packen wir ein paar Greifspielzeuge, Rasseln und Stapelbecher ein, um auch auf Reisen ein klein wenig (spielerische) Therapie mit ihr zu machen.

Donnerstag wollen wir packen und den Camper startklar machen, bevor es am Freitag losgeht. Ich bin mal gespannt, wie unsere finale Packliste aussieht. Wir gehen nämlich nur sehr grob nach Checkliste vor und treffen viele Entscheidungen relativ spontan. Ob das gut ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen 🙂

Lust, virtuell mitzureisen?

Wer mag, kann uns gerne auf Instagram folgen, wo ich nach Möglichkeit täglich ein paar Impressionen von unterwegs veröffentlichen werde. Ausführliche Berichte gibt es erst nach der Reise im Blog. À bientôt!

Solltet ihr noch last-minute-Tipps für uns haben, zur Route, zu Must-Sees, zum Camping-Equipment, dann immer her damit!

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