Markt in Funchal

Funchal: Kontrastreiche Inselhauptstadt

Sonnig. Warm. Grün. Und das im Dezember! Ich weiß gar nicht, warum ich nicht schon eher mal auf die Idee gekommen bin, nach Madeira zu reisen. Die portugiesische Insel ist unheimlich facettenreich, und dank ihrer kleinen Größe konnte ich in einer Woche ganz verschiedene Seiten von Madeira kennen lernen. Ich bin durch die quirlige und urige Inselhauptstadt Funchal geschlendert, habe Wanderungen im Hochmoor Paúl da Serra unternommen, bin auf Madeiras höchsten Gipfel, den Pico Ruivo, gestiegen, habe den rauen, vulkanisch geprägten Ostzipfel Ponta de São Lourenço erwandert und bin an der Levada do Norte entlang zu der Steilklippe Cabo Girão gelaufen. Aber alles der Reihe nach.

Ich bin abends mit dem Flieger angekommen, so dass ich am Ankunftstag nicht viel mehr gemacht habe, als auszupacken, zu Abend zu essen und die Hotelanlage zu erkunden. Ausgeschlafen und voller Tatendrang bin ich am nächsten Morgen mit dem Bus nach Funchal gefahren (2,15 €). In der Inselhauptstadt wohnen etwa 130.000 Einwohner, das ist mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung Madeiras. Trotzdem kann man den historischen Stadtkern und das alte Fischerviertel (zona velha) problemlos zu Fuß erkunden. Und das habe ich gemacht, ohne Plan, einfach drauf los.

Bunter Bauernmarkt: Mercado dos Lavradores

Mercado dos Lavradores in Funchal

Markthalle Mercado dos Lavradores in Funchal

Meine erste Station und ein absolutes Muss war die Markthalle Mercado dos Lavradores. Auf diesem Bauernmarkt gibt es alles, was das Herz begehrt: Wundersame Obstsorten, frisches Gemüse, Gewürze, Blumen, Korbwaren, Wein, Souvenirs etc. In einer angrenzenden Halle findet außerdem ein großer Fischmarkt statt. Da man auf dem Markt natürlich ständig von allen Seiten angesprochen und zum Kaufen animiert wird, sind in kürzester Zeit verschiedene Sorten Obst, Honig und ein Lederarmband mit Olivenholzperlen in meinem Rucksack gelandet. Ich kann mich so schlecht wehren… Später habe ich allerdings festgestellt, das der Markt zwar zum Schauen und Staunen phantastisch ist, es zum Einkaufen jedoch günstigere Märkte und Geschäfte gibt. Na ja.
Als nächstes bin ich quer durch die Innenstadt geschlendert bis hin zum Parque de Santa Catarina, von dem aus man einen sehr schönen Ausblick auf den Hafen und die Stadt hat.

Ausblick vom Park Santa Catarina auf Funchals Hafen

Karibisches Flair: Ausblick vom Park Santa Catarina auf den Hafen, wo zwei große Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen.

 
Zona Velha: Altes Fischerviertel kunstvoll in Szene gesetzt

Zona Velha in Funchal

Rua de Santa Maria: Über die Altstadt hinweg schwebt die Gondel nach Monte hoch.

Viel, viel spannender fand ich die Altstadt, die sich rund um die Straße Rua de Santa Maria schmiegt. Die engen Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster strahlen ein gemütliches Flair aus, Cafés und Restaurants laden zum Verweilen ein und Künstlerateliers und kleine Boutiquen lassen das Shopping-Herz höher schlagen. Als Fotografier-Fan haben mich jedoch die unzähligen, bemalten Holztüren und Fassaden der alten Häuser am meisten begeistert. Schlendern, gucken, staunen und fotografieren – herrlich! Vor allem bei über 20°C und Sonnenschein, im Dezember!!

Mit der Gondel von Funchal nach Monte

Von der Altstadt aus bin mit der Gondel hoch nach Monte gefahren. Das war nicht unbedingt das billigste Vergnügen (einfache Fahrt: 10 €, Dauer ca. 15 min.), aber der Ausblick über Funchal und die Vogelperspektive auf einzelne Häuser, Gärten und Plantagen waren durchaus spannend und lohnenswert. Wegen einer Mischung aus Zeitmangel und Geiz habe ich den tropischen Garten in Monte ausgespart (10 € Eintritt).

Korbschlittenfahrt in Monte

Die rasante Fahrt mit den Korbschlitten ist bei Touristen sehr beliebt.

Mein Hauptinteresse galt ganz klar den Korbschlitten. Auf diesen Sofas mit Kufen kann man sich ca. 2 km die kurvige Straße hinunter in Richtung Funchal fahren lassen. Gelenkt werden die carros de cesto von zwei Männern, den carreiros. Ihre Arbeitskleidung besteht aus weißen Trachten, Strohhüten und Schuhen mit besonderem Profil, da sie zum Steuern und eben auch zum Bremsen genutzt werden. Der Korbschlitten wurde im 19. Jahrhundert von einem britischen Geschäftsmann erfunden, der nach einer schnellen und bequemen Möglichkeit gesucht hatte, in seinen Kontor in Funchal zu gelangen. Die spinnen, die Briten, wie Obelix schon gesagte. Damals mussten die Männer den Korbschlitten mühsam wieder den Berg hoch schieben oder tragen, heute sind die Lenker gemeinschaftlich organisiert und transportieren die Gefährte mit Lastwagen zurück nach Monte.

Am Abend habe ich dann Christa sowie die Gruppe von Frosch Sportreisen kennen gelernt, mit denen ich in den nächsten Tagen meine Wanderungen unternehmen sollte.

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