Ordesa-Nationalpark

Wilde und einsame Bergwelten: Pyrenäen.

Auf dem Weg in den Familienurlaub an der Costa Brava bin ich bereits unzählige Male an den Pyrenäen vorbeigefahren. Meine Eltern erzählten mir dann jedes Mal, dass sie früher, als es die Autobahn nicht gab, eine kurvenreiche Passstraße durch die Pyrenäen nehmen mussten, um nach Spanien zu gelangen. Mein Betteln, dass wir doch auch einmal da entlang fahren könnten, wurde leider nie erhört. „Wenn ich groß bin, dann werde ich alleine in die Pyrenäen fahren“, sagte ich damals trotzig. Ich hielt Wort!

Nach unserer Island-Tour hatten wir zwei Wünsche an unseren nächsten Urlaub:

  1. Wir wollten in wärmere Gefilde reisen.
  2. Wir wollten auf eigene Faust unterwegs sein, ohne Gruppe.

Wasserfall im Ordesa-Nationalpark

Wasserfall im Ordesa-Nationalpark

Ich kramte also meinen alten Kindheitstraum von den Pyrenäen aus und begann mit der Planung.
Je mehr ich mich in die wunderbare Bergwelt zwischen Frankreich und Spanien einlas, desto schwerer fiel es mir, mich auf eine vernünftige Anzahl von Reisestationen zu beschränken, die für unsere drei Wochen Urlaub realistisch erschienen. Nach langem Hin- und Hertüfteln kam eine Route heraus, die von Natur bis hin zu Kultur, von Sport bis zu Entspannung und von Abenteuer bis zu Ruhe alles bot.

Reiseroute

Nach der langen Anfahrt (knapp 15 Stunden inklusive Pausen) planten wir in den ersten Tagen ein seichtes Einstiegsprogramm ein. Wir schauten uns den berühmten Wallfahrtsort Lourdes an und besuchten die nahe gelegenen Grotten von Bétharram, bevor wir erste kleinere Tageswanderungen zum sagenumwobenen Bergsee Lac de Gaube und zum beeindruckenden Bergkessel Cirque de Garvanie unternahmen. Anschließend wechselten wir auf die trockenere, spanische Seite der Pyrenäen. Unterwegs legten wir einen spontanen Stopp in dem malerischen Örtchen Arreau einlegten, um eine Greifvogelflugshow zu besuchen und nochmals Crèpes zu essen.

Unsere nächste Station hieß Bielsa, von wo aus wir Tageswanderungen im Ordesa-Nationalpark sowie in dem abgeschiedenen Tal Valle de Chistau starteten. Anschließend schlugen wir unser Zelt in Aínsa auf, dessen authentische Altstadt auf einer Anhöhe über dem Tal thront. Tagsüber unternahmen wir eine Wanderung durch die Añisclo-Schlucht und eine Raftingtour, während wir abends das leckere Essen in Aínsa genossen. Nun verabschiedeten wir uns vom Ordesa-Nationalpark, um ins Benasque-Tal zu fahren. Benasque ist von der größten Gruppe über 3.000 m hoher Berge der Pyrenäen umgeben. Leider hatte ich für dieses Tal der Superlative zu wenig Zeit eingeplant, so dass wir nur eine Wanderung unternehmen konnten. Wir entschieden uns für die Tour zum Forrau d’Aigullats, wo riesige Wassermassen einfach im Boden versickern. Schweren Herzens verließen wir das wunderschöne Tal nach zwei Nächten wieder und fuhren weiter nach Espot. Hier parkten wir unser Auto und brachen zu einer 4-tägigen Hüttentour durch den Aigüestortes-Nationalpark auf. Traumhaft! Als letztes Ziel in den Pyrenäen peilten wir den Wallfahrtsort Núria an, der nur zu Fuß oder mit der Zahnradbahn Cremallera de Núria zu erreichen ist. Ganz nett, aber kein Muss.

Nach so vielen Eindrücken ließen wir unseren Urlaub gemütlich an der Costa Brava ausklingen. Wir mieteten uns für fünf Nächte eine Ferienwohnung in La Escala, wo wir uns am Strand sonnten und abends das leckere, spanische Essen genossen. Ein runder Abschluss für einen ereignisreichen Urlaub!

Vorabreservierung oder auf gut Glück?

Wer Ruhe sucht, ist in den Pyrenäen genau richtig: Hier bewegt man sich abseits des Massentourismus. Es ist daher in der Regel selbst zur Hochsaison nicht erforderlich, vorab Campingplätze zu reservieren. Die Hütten im Aigüestortes-Nationalpark hingegen sollte man unbedingt im Vorfeld buchen, da die Kapazitäten begrenzt sind. Für die Buchung habe ich lediglich eine spanische Seite gefunden. Wer noch wie wir einen Strandabschluss plant, sollte sich unbedingt frühzeitig um die Unterkunft kümmern, da die Costa Brava nun mal ein beliebtes Urlaubsziel ist.

Helferlein bei der Planung

Die Routenplanung habe ich mit dem Karten- und Routenplaner von ViaMichelin durchgeführt. Man kann sich dort kostenfrei registrieren und sämtliche Strecken in eigenen Ordnerstrukturen speichern. Neben der reinen Routenbeschreibung werden auch Hinweise zu den Strecken angezeigt, z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen, stationäre Radarkontrollen, gefährliche Kurven, starkes Gefälle etc. Auch die Höhe der Mautgebühren wird bei ViaMichelin mit ausgewiesen, so dass wir die Zahlstationen schon mit abgezähltem Geld anfahren konnten, statt dort lange nach den passenden Münzen zu kramen. Die gespeicherten Streckenpläne können mit unterschiedlichen Optionen ausgedruckt werden (z.B. mit und ohne Gefahrenhinweise). Darüber hinaus können die Routen als GPS auch auf unterschiedliche Navigationsgeräte übertragen werden.
Zu guter Letzt haben wir als ADAC-Mitglieder uns beim Automobilclub mit einem Informationspaket über die Pyrenäen eingedeckt, das Kartenmaterial, Hinweise zu Einreisebestimmungen uns sonstige nützliche Regionsinformationen enthielt. Wir waren gut gerüstet, die Tour konnte beginnen!

Die weiteren Berichte folgen in Kürze, schaut also gerne wieder rein!

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