Rømø, Mandø und Fanø

Die dänischen Wattenmeerinseln: Rømø, Mandø und Fanø

Rømø, Mandø und Fanø: Drei Inseln mit jeweils ganz unterschiedlichen Gesichtern. Welches denn die schönste Insel sei, die man unbedingt besuchen müsse, fragte ich einige Dänen. Alle drei, war die einhellige Meinung, denn jede Insel habe ihren ganz eigenen Charme. Wir vertrauten also dem Rat der Einheimischen und statteten allen drei Wattenmeerinseln einen Besuch ab.

Rømø: Karibische Strände in Europa

Die größte der drei Inseln, Rømø, ist über den 9,2 km langen künstlichen Rømødæmningen mit dem Festland verbunden. Wir entschieden uns daher, die knapp 17 km lange und 5,7 km breite Insel als Tagesausflug von unserem schönen und günstigen Campingplatz in Skærbæk aus zu erkunden.

Rømø ist beliebt und berühmt für seine herrlichen Sandstrände, die mit ein bis vier Kilometern Breite zu Europas Spitzenklasse gehören. Die scheinbar endlose Weite von Strand und Himmel haben mir schier den Atem stocken lassen!

Etwa 4 km breit ist Rømøs Strand.

Strand von Lakolk: Diese Weite – beeindruckend!


Zum Glück sind Rømøs Strände bequem mit dem Auto befahrbar, ansonsten könnte der Gang zum Meer schon mal zum Tagesmarsch ausarten. Etwas aufpassen, wohin man fährt, sollte man natürlich…

Auto im Sand festgefahren

Ups! Zum Glück gibt es immer freundliche Helfer. Aber Achtung: Manche betreiben das wohl als Nebenjob und halten die Hand auf.

Zu diesem Traumstrand fehlte leider das passende karibische Wetter. Schade. Aber des einen Leid ist des anderen Freud: Während ich in meine dicke Winterjacke gemummelt den Strand von Lakolk entlang geschlendert bin, tummelten sich auf dem Wasser allerhand Wind- und Kitesurfer, die immerhin nette Fotomotive abgaben.

Lakolk: Wind- und Kitesurfer

Für die Wind- und Kitesurfer waren der Wind und die Wellen natürlich traumhaft.


Am frühen Nachmittag sind wir zum Pfannkuchen essen in den Hauptort Havneby am Südzipfel von Rømø gefahren. Das kleine Hafenstädtchen an sich ist jetzt nicht sooo spektakulär, aber durchaus einen kleinen Spaziergang wert.

Alte Kanone beim Hafen von Havneby

Alte Kanone beim Hafen von Havneby


Autofähre zwischen Havneby und Sylt

Zwischen Havneby und Sylt pendelt übrigens eine Autofähre.


Als am Spätnachmittag die Sonne nochmals raus kam, düsten wir flott zurück nach Lakolk. Während Havneby etwas windgeschützt lag, trafen uns die starken Windböen am breiten Strand von Lakolk natürlich wieder mit voller Breitseite. Das Schauspiel war allerdings grandios: Der Wind fegte feine Sandschwaden nur knapp über dem Boden entlang, das hatte schon etwas Geisterhaftes. Für Lotta war der Sandflug natürlich nichts, sie wollte schleunigst zurück in den Camper. Gut, damit war der Aufbruch besiegelt.

Sandflug

Ein irrer Anblick: Der Wind fegt feine Sandböen über den Boden.


An alle Sylt-Urlauber: Während die größte nordfriesische Insel langsam, aber stetig an Land verliert, wächst die näher am Festland gelegene Insel Rømø. Die von Sylt abgetragenen Sandmassen werden nämlich an der dänischen Insel angespült.

Mandø: Von der Hallig zur Gezeiteninsel

Unser nächster Tagesausflug führte uns auf Dänemarks einzige Gezeiteninsel, nach Mandø. Bei Flut ist Mandø eine Insel, bei Ebbe eine Halbinsel – Sachen gibt`s. Man erreicht Mandø dementsprechend nur bei Niedrigwasser über einen 7 km langen, flachen und durch Buhnen befestigten Schotterdamm (Låningsvej).

Låningsvej

Der Låningsvej mit Blickrichtung zum Festland (vom Traktorbus aus fotografiert).


Grundsätzlich kann der Låningsvej mit dem eigenen Auto befahren werden, allerdings muss man sich im Vorfeld dringend über die Tidezeiten sowie auch die Wind- und Wetterverhältnisse erkundigen. Wir wollten kein Risiko eingehen und außerdem unseren lieben Camper schonen, daher haben wir uns für die ohnehin viel coolere Überfahrt mit dem Traktorbus entschieden. Dauer: ca. 40 Minuten, Kostenpunkt: 160 DKK für Hin- und Rückfahrt (etwa 21,50 €, die 40 DKK für die Kinderwagenmitnahme wurde uns (saisonbedingt?) nicht berechnet). Der Konkurrenzanbieter Mandøbussen veranschlagt übrigens so ziemlich die gleichen Preise, nur die Fahrpläne der beiden Anbieter differieren.

Mandø Kro & Traktorbusser

Der Traktorbus: Unten fährt man trocken, oben hat man eine tolle Aussicht.

Da Mandø nur knapp über 3 km kurz und etwa 2,5 km schmal ist, kann man die kleinste der Wattenmeerinseln perfekt zu Fuß erkunden (oder natürlich mit dem Rad). Wir sind also gemütlich durch das nicht mal 50-Seelen-Dorf und natürlich am Meer entlang geschlendert.

Spaziergang an Mandøs Südwestküste

Spaziergang an Mandøs Südwestküste

Mandøs Küste ist grün, und überall piept oder mäht es. Die Flora und Fauna der ehemaligen Hallig ist wunderschön, und die Ruhe der Mini-Insel wirkt unheimlich entspannend. Einzig ein paar Jagdbomber der dänischen Luftstreitkräfte, die von ihrem Übungsgebiet im Norden Rømøs starten und über Mandø hinweg düsen, störten die Idylle ein wenig.

Zum Glück sind die Bewohner Mandøs strikt gegen einen Ausbau der Zufahrtsstraße, sonst würde dieses kleine Naturjuwel womöglich von Touristenmassen überrollt.

Ribe: Die älteste Stadt Dänemarks

Auf dem Weg zur nächsten Wattenmeerinsel haben wir einen kurzen Stopp in Dänemarks ältester Stadt Ribe eingelegt – sehr empfehlenswert! In Ribe gibt es viel zu entdecken und, gerade im Sommer, viele interessante Veranstaltungen. Wir haben jedoch nur das gemütliche, Kleinkind gerechte Kurzprogramm gewählt: Einen Stadtbummel.

Altstadt von Ribe

Altstadt von Ribe mit dem romanischen, später gotisch erweiterten Dom.


Fanø: Die abwechslungsreichste der drei Wattenmeerinseln

Weiter ging`s nach Esbjerg, von wo aus wir abends noch mit der Kurzfähre nach Fanø übergesetzt sind. Fahrtdauer: ca. 14 Minuten, Kosten für Hin- und Rückfahrt: 415 DKK (ca. 56 €, für PKW bis 6 m Länge inkl. 9 Personen). Ok, das ist kein Schnapp, aber es lohnt sich, denn Fanø ist unbedingt und jederzeit einen Besuch wert!!!

Seehunde auf einer Sandbank vor Nordby

Welch ein Glück! Direkt bei unserer Ankunft wurden wir von Seehunden begrüßt, die es sich auf den Sandbänken vor Nordby gemütlich gemacht hatten. Im Hintergrund liegt der Hafen von Esbjerg.

Am nächsten Morgen wurden wir von der Sonne geweckt. Jippie, auf zum Strand! Wir fuhren nach Rindby, wo uns ein ähnlich ausladender, weißer Sandstrand wie auf Rømø erwartete. Herrlich! Lotta bewaffnete sich sofort mit ihrer roten Schaufel und frönte ihrem neuen Hobby: Buddeln.


Auch an Fanøs Westküste wird stetig Sand angespült, so dass die knapp 16 km lange und gut 5 km breite Insel westwärts wächst. Aktuell entsteht an dem breiten Strand bei Rindby sogar eine neue, zweite Dünenreihe. Wir genossen diese wunderschöne Insellandschaft bei einem entspannten Strandspaziergang bis nach Fanø Bad. In den Ort sollte man allerdings besser nicht abbiegen, wenn man nicht zufällig auf eine eher hässliche Ansammlung von Hotels und Ferienanlagen steht.

Am Spätnachmittag fuhren wir weiter zum südlichen Inselort Sønderho, von dessen Flair und traditionellem Charakter wir sofort begeistert waren: Urige, kleine Gassen, Reetdachthäuser, Holzzäune, bunte Gärten und – direkt hinter dem Städtchen – Marschland, Strandwiesen und der alte Hafen.
Zum Verlieben! ♡♡♡

Sønderho Kro

Nach einem gemütlichen Spaziergang durch die Gassen Sønderhos kann man z.B. im Sønderho Gasthaus einkehren.



Vater & Tochter

Vater & Tochter: Jan und Lotta chillen auf dem Anlegesteg in der Sonne.

Hier gefiel es uns, hier wollten wir bleiben! Wir steuerten also den hiesigen Campingplatz an, wo wir den schönen Tag inmitten von Dünen mit nettem Ausblick und in völliger Ruhe ausklingen ließen. Zur Krönung des Tages bekam ich abends noch Ausgang. Ich bewaffnete mich mit meiner Kamera und zog in Richtung des interessant aussehenden Holzdingdbums los.

Seezeichen

Das Holzdingsbums entpuppte sich als Seezeichen, das 2011 renoviert wurde.


Leider hatte das Wetter über Nacht wieder in den „Graumodus“ zurückgeschaltet. Wegen des kalten Windes patschten wir nur kurz mit Lotta durch das Watt und fuhren dann den kompletten Weststrand hinauf bis nach Fanø Bad. Insel-Sightseeing vom Camper aus – geht auch.

Rettungsring am Strand von Fanø

Der vereinsamte Rettungsring ist ein zarter Hinweis darauf, dass an Fanøs Stränden im Sommer tatsächlich gebadet wird.



Bevor wir nachmittags mit der Fähre zurück nach Esbjerg fuhren, schlenderten wir noch kurz durch die kleine, gemütliche Innenstadt von Nordby.

Seehundsafaris nach Koresand

EIGENTLICH wollte ich ja unbedingt eine Wattwanderung zu den Seehundbänken machen. Oder eine Planwagenfahrt dorthin. Zur Not auch einfach eine Bootstour an den Seehundbänken entlang. Pustekuchen! Leider geht die Seehundsafari-Saison nur von Juni bis September. Sehr, sehr schade… Beim nächsten Dänemark-Besuch ist dieses Erlebnis aber fest eingeplant! Wer sich für Touren interessiert, findet auf der offiziellen Tourismusseite von Ribe entsprechende Informationen.

Seehunde oder Kegelrobben auf Fanø

Vor Fanø sowie auf dem Hochsand Koresand sind hunderte von Seehunden (und/oder Kegelrobben?) beheimatet.


Wir hätten übrigens von Fanø aus auf eigene Faust zu der Sandbank vor Sønderho laufen können. Das allerdings war mir ohne Wattwandererfahrung und mit Kleinkind auf dem Rücken dann doch zu unsicher.

Reisefazit: Nochmaaaal!!!

Am besten hat mir die Insel Fanø gefallen, die ich gerne jederzeit wieder besuchen möchte. Vorzugsweise mit etwas mehr Sonne und Wärme im Gepäck. Und natürlich erst ab Juni, damit wir in den Genuss einer Seehundsafari kommen. Auch die Miniinsel Mandø möchte ich gerne noch einmal erleben, denn bei unserem Tagesausflug haben wir nur einen kleinen Teil der Gezeiteninsel erwandert. Und Rømø? So schön und einfach zu erreichen Rømøs Traumstrände ja sind, ich befürchte, dass die Insel in den Sommermonaten doch arg überlaufen ist.

Wart ihr schon auf Dänemarks Wattenmeerinseln? Welche hat euch am besten gefallen? Und welche Insidertipps habt ihr noch auf Lager?

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