Camping in Dänemark

Dänemark: Routenplanung, Camping-Tipps & Sehenswürdigkeiten

Nach unserer zweimonatigen Elternzeit-Tour im vergangenen Jahr mussten wir dieses Jahr etwas kleinere Brötchen backen. Uns standen nur zwei Wochen Zeit zur Verfügung, in denen wir vor allem nicht so viele Kilometer abreißen konnten und wollten. Wir entschieden uns also dafür, unseren nördlichen Nachbarn in Dänemark einen Besuch abzustatten.

Hoppala, nächste Woche beginnt schon unser Urlaub…

Normalerweise steht unser nächster Urlaub immer schon frühzeitig fest, und ich genieße die Vorfreude auf die anstehende Reise sehr. Dieses Mal kam unser Urlaub gefühlt sehr plötzlich, in etwa so wie jedes Jahr Weihnachten völlig überraschend vor der Tür steht. Nach meiner 14-monatigen Elternzeit bin ich im Februar wieder in den Job zurückgekehrt, um dann direkt meinen Chef damit zu schocken, dass ich in kaum fünf Monaten wieder in den Mutterschutz gehen würde (ja, Lotta bekommt bald ein kleines Schwesterchen 😊). Nach der Beichte ließ ich erst mal etwas Zeit verstreichen, bevor ich meinen Urlaubsantrag einreichte. Und auch, als der Urlaub genehmigt war, gerieten Planung und Urlaubsvorfreude ziemlich ins Hintertreffen, da mich der Alltag mit Halbtagsjob, Haushalt, Kleinkind und Schwangerschaft überraschender Weise sehr einnimmt. Als ich den Kalender auf Mai umgeblättert habe, natürlich mit ein paar Tagen Verzug, traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag: In anderthalb Wochen fahren wir schon los. Aber wohin? Bei nur zwei Wochen Zeit, einer autofahrmuffeligen Anderthalbjährigen und einer dicken Schwangeren war der Reiseradius arg eingeschränkt. Als mögliche Ziele warfen wir die Vogesen, die mich im Winter sehr begeistert hatten, die belgische Küste, die deutsche Ostseeküste sowie Dänemark ins Rennen – letzteres bekam am Ende den Zuschlag.

Reiseplanung im Eilverfahren

Flott bestellte ich im Internet einen Reiseführer und fragte meine lieben Follower auf Facebook und Twitter nach Reiseempfehlungen für Dänemark. An dieser Stelle muss ich unbedingt ein dickes DANKE loswerden: Eure Tipps und Infos waren suuuuper hilfreich! Der Reiseführer Wohnmobil-Tourguide Dänemark vom Verlag ‚Reise Know-How‘ hingegen war ein ziemlicher Flop. Die Informationen zu Regionen, Städten und Sehenswürdigkeiten sind oberflächlich und schmal, und statt der informativen Piktogramme zur Darstellung des Leistungsumfangs eines Campingplatzes wurde stumpf immer nur „Strom, Frischwasser, Abwasser, Chemie-WC“ aufgezählt. Mich hätten eher Küche, Kinderspielplatz, Baby-Bad oder Shop interessiert. Die 20 Euro hätten wir uns getrost sparen können. Zum Glück kann man sich vor Ort behelfen: Wir haben uns in den Touristeninformationen bzw. auf den Campingplätzen mit kostenfreien Infobroschüren zu Städten, Regionen und Sehenswürdigkeiten sowie dem DK-Camping Guide 2016 versorgt. Trotzdem: Ich bin ein Fan von Reiseführern. Falls jemand einen guten Dänemark-Reiseführer empfehlen kann, freue ich mich über einen Tipp als Kommentar – danke!

Unsere Reiseroute entlang der Nordseeküste

Der allgemeine Tenor bei euren Reiseempfehlungen lautete:

Fahrt einfach die Nordseeküste hoch, dort ist es überall schön.

Stimmt! Wir haben euren Rat befolgt und waren innerhalb kürzester Zeit begeistert von der dänischen Nordseeküste. Die schönsten Fleckchen sowie gute Campingplätze haben wir uns natürlich sofort für unsere nächste Dänemark-Reise vorgemerkt. Selbstverständlich lasse ich euch an unseren Erkenntnissen teilhaben!

    Unser persönliches Campingplatz-Votum

    Nr. 1: Vejers Strand Camping
    Preis: 170 DKK* (23 €)
    Der beste Campingplatz auf unserer Reise war das Vejers Strand Camping. Der weitläufige Platz liegt direkt hinter den Dünen am herrlich breiten Nordseestrand und in fußläufiger Entfernung zum kleinen, gemütlichen Städtchen Vejers. Da die Wettervorhersage nach knappen zwei Wochen endlich den ersten richtigen Sonnentag versprach, sind wir am Ende unserer Reise noch spontan für eine Nacht nach Vejers gefahren – zum Glück! Wir haben dort einen herrlichen letzten Urlaubstag verbracht. Sehr passend: Das Vejers Strand Camping erlaubt seinen Gästen, am Abreisetag bis 22 Uhr zu bleiben. Ganz so lange haben wir es nicht ausgereizt, aber es war schon praktisch, sich nach einem ausgedehnten Strandtag vor der Heimfahrt nochmals kurz frisch zu machen.

    Abends am Strand von Vejers - herrlich!

    Abends am Strand von Vejers – herrlich!


    Den Tipp für diesen Platz haben wir im Vorfeld übrigens von Steffi bekommen (DANKE!!), die den Campingplatz auf outdoorkid.de sehr schön ausführlich vorstellt.

    Nr. 2: Skærbæk Familie Camping
    Preis: 170 DKK* (23 €)
    Sehr gut gefallen hat uns auch das Skærbæk Familie Camping, ein kleiner Wiesenplatz am Waldrand mit ordentlichen Sanitärs, kleinem Laden, kostenfreiem W-Lan und fairem Preis. Lotta hat vor allem den großen Sandkasten mit dem riesigen Angebot an (Sand-)Spielzeug geliebt. Das absolute Highlight für Kinder ist aber der Streichelzoo. Während die meisten Kinder die Kaninchen angehimmelt haben, stand Lotta auf die Puten – warum auch nicht?

    Das Skærbæk Familie Camping bietet reichlich Beschäftigung für die kleinen Gäste.

    Das Skærbæk Familie Camping bietet reichlich Beschäftigung für die kleinen Gäste.


    Von der Lage her eignet sich der Platz ideal für Tagesausflüge zu den Inseln Rømø und Mandø oder einen Besuch von Ribe, Dänemarks ältester Stadt.

    Nr. 3: Klitten Camping auf Fanø
    Preis: 175 DKK* (23,50 €)
    Das Klitten Camping liegt direkt in den Dünen am Südzipfel von Fanø. Wir haben uns einen Stellplatz oben auf einer Düne gesucht, mit netter Aussicht auf die Umgebung. Abends habe ich dann im Sonnenuntergang noch einen kleinen Spaziergang in den umliegenden Dünen unternommen – herrlich! Auch das urige Örtchen Sønderho mit seinen Reetdachthäuschen ist fußläufig bequem erreichbar. Die Facilities des Platzes sind zwar recht einfach und zu Saisonbeginn offenbar noch nicht alle Instand gesetzt, aber die herrliche Lage des Platzes macht das locker wett. Da die Insel Fanø mich total begeistert hat, habe ich mir diesen Platz auf jeden Fall fürs nächste Mal fest vorgemerkt.

    Impressionen von Fanø

    Impressionen von meiner (bisherigen) dänischen Lieblingsinsel Fanø.

    Diese drei sowie alle anderen Campingplätze, die wir besucht haben, findet ihr mit einer kurzen Beschreibung und Preisnennung* in der nachfolgenden Karte. Die in grün markieren Plätze empfehlen wir wärmstens weiter, mit den gelben Pins haben wir die Plätze eingetragen, die wir ok fanden, ohne aber in totale Jubelstürme auszubrechen, und mit den roten Markern haben wir den Platz gekennzeichnet, den wir definitiv nicht nochmals wählen würden.


    * Nebensaisonpreis für 2 Erwachsene plus Kind (< 2 J.) ohne Strom

    Wissenswertes zum Camping-Urlaub in Dänemark

    Camping Key Europe (CKE)
    In Dänemark ist die Camping Key Europe (CKE) auf fast allen Campingplätzen Pflicht (Ausnahme z.B. das Klitten Camping auf Fanø). Sie dient als Identitätsnachweis, so dass weder Anmeldeformulare ausgefüllt noch Ausweise hinterlegt werden müssen. Von den anderen „Vorteilen“ der Karte haben wir nicht sonderlich viel gemerkt. Auf diesem großen und teuren Cluburlaub-Campingplatz in Ribe haben wir durch die Karte (bzw. ich glaube, durch die ADAC-Mitgliedschaft) eine größere Parzelle bekommen – wow… Und von der enthaltenen Unfallversicherung soll sich bitte auch keiner blenden lassen, denn abgedeckt sind nur Unfälle, die sich auf CKE-Campingplätzen ereignen, und überhaupt müssen private Unfallversicherungen zuerst in Anspruch genommen werden, bevor die in der CKE inkludierte greift. Wie dem auch sei, da die Karte Pflicht in Dänemark ist, haben wir sie uns eben zugelegt. Die günstigste Bezugsmöglichkeit bietet der ADAC, jedoch ausschließlich für Mitglieder: Im ADAC-Shop kann die CKE für 12 Euro bestellt werden. Ansonsten ist die CKE auf allen angeschlossenen Campingplätzen in Dänemark für 110 DKK (ca. 15 Euro) erhältlich. Alle anderen Bezugsmöglichkeiten im Internet, die ich gefunden habe, sind mit 18 Euro und aufwärts zzgl. Versandkosten teurer.

    Quickstop
    Da in Dänemark nicht, wie oft falsch angenommen wird, das aus Norwegen bekannte Jedermannsrecht gilt, bieten viele Campingplätze die Möglichkeit des Quickstops an. Wohnmobilisten können von 20 bis 10 Uhr des Folgetags zu einem vergünstigten Preis auf dem Parkplatz oder einer separat ausgewiesenen Stellfläche übernachten, ohne die sonstigen Facilities des Campingplatzes zu nutzen. Das Prinzip finde ich spitzenmäßig, auch wenn wir die Quickstop-Möglichkeit dieses Mal nicht in Anspruch genommen haben. Als Schwangere wollte ich den Luxus einer Toilette nicht missen, und Lotta habe ich die Spielplätze gegönnt (eigentlich auch uns, denn während Lotta beschäftigt war, konnten wir in Ruhe zu Ende frühstücken oder Geschirr spülen oder oder oder). Es gibt im Übrigen auch eine Broschüre aller Quickstop-Campingplätze, die ihr auf den Plätzen selbst, an Tankstellen oder in der Touriinfo bekommen könnt.

    Die (südliche) Nordseeküste ist deutsch
    Auf einigen Campingplätzen, besonders in den nahe an Deutschland gelegenen Regionen, sowie an einigen Sehenswürdigkeiten oder in Supermärkten kann man auch mit Euro zahlen. Natürlich ist der Wechselkurs meist etwas schlechter, aber gerade, wenn man sich nicht im Vorfeld oder noch nicht an einem Geldautomaten mit dänischen Kronen eingedeckt hat, ist das sehr praktisch. Außerdem sprechen an der Westküste sehr viele Dänen deutsch, was selbstverständlich dem Tourismus geschuldet ist. Das ist natürlich praktisch, aber ich persönlich mag es ja lieber, wenn ich im Urlaub alles andere als deutsch höre und spreche…

    Dänische Nordseeküste mit Kind?

    Unbedingt! Egal ob im Camper oder der klassische Ferienwohnung-Urlaub, für Kinder sind die breiten Strände der dänischen Nordseeküste einfach der Renner. Und das bei jedem Wetter. Wir hatten für Ende Mai kein sonderliches Wetterglück: Es war kühl, windig und häufig feucht, auch wenn zum Glück die ganz dicken Regentage ausgeblieben sind. Mit der richtigen Kleidung, sprich Gummistiefeln und Zwiebel-Look, konnten wir aber dennoch viel draußen unternehmen.

    Lyngvig Strand

    Wasser übt immer eine besondere Faszination auf Kinder aus.


    Strand und Meer waren ganz klar Lottas Favoriten, ihre Schippe hatte sie immer dabei. Und für uns Große gab es mit dem Sandskulpturenfestival in Søndervig, Leuchtturmbesichtigungen und verschiedenen Stadtbummeln auch genug zu entdecken. Bei etwas beständigerem Wetter hätte ich furchtbar gerne noch die ein oder andere Radtour unternommen, denn so hätten wir mit Lotta ein paar mehr Meter machen und damit mehr von der Umgebung sehen können. Nächstes Mal.

    Die Berichte von unseren Insel-Besuchen, dem Sandskulpturenfestival und natürlich der Artikel über Pannen im Ausland, Auslandsschutzbriefe & Reiseversicherungen werden in Kürze folgen.

    Mehr lesen...

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